Aktuelles - Blog

Hier werde ich Sie immer wieder an aktuellen Ereignissen, Erlebnissen und Gedanken in Form von Texten, Fotos und Videos teilhaben lassen

Radio Auftritt auf der "Blauen Couch" in Bayern 1

Mit dem Auftritt bei Thorsten Otto im Radiotalk der "Blauen Couch"auf Bayern 1 ging für mich ein kleiner Traum in Erfüllung. Auf vielen Fahrten mit meinem Vater zum und vom Skifahren nach Hause lief die Sendung mit Thorsten Otto im Radio. Inspirierende Gäste erzählten aus ihrem Leben und prägten sich bei mir ein. Ich stellte mir vor wie es wäre eines Tages auch einmal in der Sendung zu erscheinen. Am 10.02.2026 war es dann tatsächlich soweit. Nach der Aufnahme am Vortag lief einen Tag später tatsächlich eine knappe Stunde lang mein Gespräch mit Thorsten Otto. Es ging um Olympia, meinen Weg in den Weltcup und meine schwere Verletzung. Auch Hilde Gerg (Tante Hilde :D ) war überraschenderweise ein Teil dieses Erlebnisses, was mich sehr freute. Über den Link könnt ihr den Podcast Nachhören :)

ORF Doku "Nach dem Sturz - Die Opfer der Streif"

Zusammen mit Hans Grugger und Daniel Albrecht durfte ich Teil der ORF Dokuserie "Dok1" von Lisa Gadenstätter sein. Die Doku widmet sich unseren Stürzen auf der Weltcupstrecke in Kitzbühel und den Folgen für unser restliches Leben.

Comeback 


17.01.2026
Es ist an der Zeit mal wieder etwas zu schreiben. 
Denn mein Sturz in Kitzbühel ist bald ein Jahr her.
 
Kurz nach dem Sturz war von Skirennen keine Rede. Sie sagten: "Ich könne froh sein, wenn ich wieder normal Laufen kann, vielleicht nochmal als Tourist etwas Ski fahre." Frühestens im März hieß die erste Prognose für ein mögliches Rutschen auf Schnee. 
Ein knappes Jahr später habe ich mittlerweile fast 20 Skitage und stehe in ein paar Tagen wieder am Start in Kitzbühel. Zwar nur um die Strecke zu besichtigen und nicht wie alle anderen das Rennen zu bestreiten, jedoch ist es Januar (!) und ich kann meinen Traum weiterhin verfolgen. Ich möchte euch meine Reha und das letzte Jahr etwas näher bringen:

Tiefpunkt:


Als ich am 31. Januar, nur eine Woche nach meiner ersten OP, mit dem Rollstuhl eine kleine Böschung hinunterstürze und mein rechtes, frisch am vorderen Kreuzband operiertes Knie  dabei "mit Schwung durchmobilisiert" wurde, dachte ich mir "das wars jetzt endgültig!". Mein Ersthelfer und Physio Marcus eilte aus dem Haus, frisch geduscht und nur mit Unterhose bekleidet. Er hatte die Schreie seines Sohnes gehört, doch kann nicht mehr verhindern, dass ich hilflos auf den Boden der Einfahrt des Nachbars pralle.
Ungeduld war schon immer ein Thema in meinem Leben. Meist ging es um das Release-Datum des neuen FIFA Spiels oder den Schwungaufbau für das nächste Tor beim Skifahren. Dieses Mal konnte ich es leider nicht erwarten, dass mich jemand in die Ferienwohnung zurückschiebt und versuchte selbst zurückzurollen.
Leider verlor ich durch den feuchten Boden im leicht schrägen Gelände den Grip, was meinen Rollstuhl bergab drehte. Ehe ich mich versah, rauschte ich mit Tempo die Böschung zum Nachbarn hinab. Ich versuchte den Rollstuhl zu kippen, doch war leider nur Passagier.
Als ich aus dem Sitz geschleudert wurde und auf das frisch operierte rechte Bein stieg, wurde dieses kurzerhand auf 90 Grad durchgebogen. Im ersten Moment war natürlich die Angst da, dass die Sehne/Band wieder gerissen ist und ich nochmal operiert werden muss.
Marcus und sein Nachbar zögerten nicht lange und brachten mich zurück in die Wohnung. Dort angekommen testete Marcus sofort den Anschlag des Kreuzbandes und konnte nach Absprache mit Dr. Köhne Entwarnung geben. Ich hatte dieses Unglück überstanden, doch brauchte einige Zeit um den Schock zu überwinden.

Rückblickend war DAS der Tiefpunkt. 
Aber es hatte auch zwei positive Begleiterscheinungen:
1. Überschrieb diese Situation den Sturz von Kitzbühel ein Stück weit in meinem Kopf
2. War nach dieser Aktion die Beugung im rechten Knie kaum noch ein Thema und für den Moment viel weiter als im Normalfall.

Gründe:

Natürlich fragte ich mich: "Warum ich?"
Ich befasste mich mit dem Sturz und den Gründen dafür. Vereinfacht gesagt, habe ich einen technischen Fehler gemacht. Saß zu weit hinten-innen als ich hätte mit Überzeugung auf den Außenski hätte steigen sollen. Ich rutschte Weg, der Außenski griff wieder, das rechte Kreuzband riss und ich flog ab. Der Schaden, der durch den Aufprall im A-Netz am linken Knie entstand war einfach nur unglücklich.

Blicke ich zurück und betrachte die Situation rund um den Sturz genauer, sehe ich die Gründe etwas differenziert. Sie liegen noch im Jahr 2024, nämlich beim Super G Training vor dem Weltcup in Gröden. Dort stürzte ich aufgrund eines Missverständnisses bei der Diskussion über die Linienwahl. Bei einer Welle flog ich durch eine zu enge Linie ab und verletzte mich am Arm. Die Verletzung brauchte knappe 4 Wochen. Ich versuchte alles um Anfang Januar wieder fit zu sein. Physiotherapie und Konditraining bei Marcus und verschiedenste Heilungsmaßnahmen im "Chamäleon Drive", die mir Mario Meklin organisiert, halfen mir dabei. Tatsächlich stand ich dann an Neujahr wieder auf den Ski und trainierte kurze Zeit später in Hinterreith mit der Mannschaft. Der Weltcup in Wengen war zwar noch zu früh für mich, jedoch konnte ich am Pass Thurn beim Europacup starten. Dies war mit leichten Einschränkungen beim Anschieben und dem Tragen einer Bewegungslimitierenden Armschiene verbunden. Unter diesen Umständen fuhr ich ganz ordentliche Ergebnisse ein. Danach ich ging es weiter an die Reiteralm, wo ich einen EC Super G fuhr, bevor es nach Kitzbühel ging. Die Nacht vor dem EC war lang. Ich war unruhig und konnte nicht schlafen. Am nächsten Renntag war ich recht müde, machte im oberen Streckenabschnitt einen dummen Fehler, konnte aber auf der restlichen steilen Strecke mithalten. Am gleichen Tag ging es dann weiter nach Kitzbühel. Ich freute mich aufs Bett. Doch kaum lag ich Schlafbereit da, ging das gleiche Spiel von vorne los: mein Körper und Kopf wollten sich nicht beruhigen. Immer mehr Gedanken kamen mir zum Training und den Schlüsselstellen am nächsten Tag. Bald lag ich angeschwitzt und nervös im Bett. Sollte ich vielleicht aussetzen? Bin ich schon bereit für die große Bühne nach meiner Verletzung?
Als ich im nächsten Morgen aufwachte fühlte ich mich OK. Auch das anschließende 1.Training auf der Streif war bis auf einen Fehler im unteren Teil sehr ordentlich. Dadurch legten sich meine Bedenken und ich konzentrierte mich auf die Vorbereitung für den nächsten Tag. Ich dehnte mich ausgiebig, meditierte und nahm vor dem schlafengehen noch Magnesium. Tatsächlich konnte ich in folge etwas besser einschlafen und fühlte mich am Morgen fit.
Beim Aufwärmen im Startbereich merkte ich dann doch eine leichte Müdigkeit. Das Training zog sich etwas, da mein Kollege und Freund Felix Hacker nach einem Kreuzbandriss mit dem Hubschrauber abgeholt werden musste.
Ich versuchte Spannung aufzubauen, doch es fiel mir schwerer als sonst. Auch meine Konzentration war nicht ganz so da wie gewohnt. Als ich startete fühlte ich mich aber grundsätzlich bereit. Bis zu meinem Sturz war ich auch gut unterwegs. U-Hackerl und Steilhang gelangen mir gut, im anschließenden Flachteil spürte ich aber schon die Anstrengung und fuhr eine konservativere Hocke. Zum Seidlalm-Sprung hin hatte ich schon etwas mit der Spannung durch die Schläge hindurch zu kämpfen. Als ich dann den Linksschwung an der Seidlalm vorbei ansetzte, sah ich einen Schlag vor mir. Wahrscheinlich fehlte mir in diesem Moment der Mut, die Spannung, das Vertrauen und der absolute Fokus, den Schwung trotz des Schlags gnadenlos durchzuziehen. (Aus dem Schlag resultierten zwei Tage später beim Super G weiter stürze; u.a. Alexis Pinterault beendete dort seine Saison)

Natürlich war es ein technischer Fehler.
Der Fehler entstand aber durch fehlende Spannung (Magnesium, intensives Aufdehnen, Müdigkeit), fehlendes Vertrauen (nach der Armverletzung), geringeren Fokus (Zweifel?, Schlaf) aber auch Pech.
Das aggressive Setup aus Schuh und Ski trug natürlich auch seinen Anteil bei,  als der Ski wieder Griff und mir das rechte Kreuzband riss. Auch das Werbebanner, welches auf dem A-Netz platziert war, könnte zu steif gewesen sein und mehr Schaden angerichtet haben, als notwendig gewesen wäre.

Bei Verletzungen gibt es meist nicht den einen Grund. Meist sind es unglückliche Umstände die zusammenwirken und im Nachhinein fast schon logisch zu Konsequenzen führen. Leider waren meine besonders Bitter...

Folgen:

Als ich nach dem Aufprall im Netz zum liegen kam, merkte ich sofort den Schmerz im linken Bein. Ich sah, wie es unnatürlich, nahezu 45 Grad nach innen Stand. Mein Knie war rot gefärbt und ich hatte keine Ahnung was los ist.
Am Anfang schrieben Medien von einem offenen Bruch am Unterschenkel. Auch mein erster Gedanke ging in diese Richtung.
Ich hatte Glück, dass mir relativ schnell Schmerz- und Beruhigungsmittel gegeben wurden und ich von der Erstversorgung nichts mitbekam.
Wie sich herausstellte war mein linkes Bein nicht gebrochen, sondern luxiert. Ich hatte wohl auch Glück, dass der Arzt am Hang schnell handelte und mein Knie in seine natürliche Position brachte. Andernfalls hätten Blutbahnen oder Nerven beschädigt werden können, was wiederum zu großen Schäden hätte führen können.

Unterm Strich waren am Ende folgende Schäden festgestellt worden:

- Riss des Vorderen Kreuzbands rechts
- Innenmeniskusriss rechts
- Riss des Vorderen Kreuzbands links
- Riss des Hinteren Kreuzbands links
- Knöcherner Ausriss des Außenbands links
- Riss des Pobliteus links
- Riss des Tractus links
- Teilriss des Bizeps femoris links
 
Die außerdem erlittene Gehirnerschütterung war dabei mein geringstes Problem...


Behandlung:

Nach einer Nacht in St. Johann wurde ich zur weiteren Untersuchung nach München gebracht. Im OCM wurden zwei MRTs durchgeführt und ein OP-Plan erstellt. In der ersten Operation am 24.01. widmete sich Dr. Köhne dem VKB und Meniskus des rechten Knies und tat sein bestes, die Überbleibsel der Muskelstrukturen ums linke Knie wieder an deren vorgesehenen Stellen festzunähen. Die Schwellung war von Anfang an gering und noch erstaunlicher war, dass ich mein rechtes Knie schon direkt gestreckt heben konnte!
Die Tage in der Klinik  waren schwierig für mich. Ich konnte schlecht schlafen, mich kaum bewegen und schon gar nicht erst normal auf Toilette gehen. Ich erinnere mich an einen ersten Erfolg beim ersten Gang auf den mobilen Toilettenstuhl an Tag 3.
Was mir sehr geholfen hat waren die zahlreichen Besuche meiner Familie und Freunde. Dadurch gingen wenigstens die Tage gut und zügig rum. Nach 5 Tagen durfte ich dann entlassen werden. Ein Liegendtransport brachte mich zurück nach Berchtesgaden. Es ging jedoch nicht in meine Wohnung, sondern in die Ferienwohnung von Marcus und seiner Frau Hilde (Gerg). Dort konnte ich mich mit dem Rollstuhl frei bewegen - Wofal, Hildes Schwiegervater baute sogar extra für mich eine Rampe für den Hauseingang - und Marcus war nicht weit weg. Die ersten Tage kam Marcus täglich zu mir und führet Lymphdrainagen durch. Es war unglaublich wie schnell die Schwellung in beiden Knien abgebaut war. Das war der Anfang dieser unglaublichen Heilung. Zusätzlich versorgte Hilde mich mit heilenden Ölen und versuchte erste psychische Impulse zu setzen. Auch meine Eltern waren abwechselnd Tage lang da und halfen meiner Freundin Lena bei meiner Versorgung und dem Haushalt.
Nach ungefähr 10 Tagen führte ich erste kleine Bewegungseinheiten im Sitzen durch, um die Heilung zu unterstützen, den Kreislauf wieder in Schwung zu bekommen und etwas Abwechslung zu spüren.
Am 5. Februar probierte ich dann erste Schritte mit dem Gehwagen, auf dem man sich mit den Unterarmen abstützen und so die Beine beim Gehen entlasten kann. Das war der erste Schritt zurück zum normalen gehen. Einige Tage später übten wir schon längere Distanzen auf der 400m Bahn. Am 11. Februar durfte ich dann nach etwas mehr als zwei Wochen den Rollstuhl verlassen. Wir gingen dadurch zwar ein Risiko für den genähten Meniskus ein, jedoch war der gewinn für mich mehr Wert: Ein großer Schritt in Richtung Normalität.
durch diesen Schritt konnte ich nun auch wieder in die Praxis von Marcus und dort erste Reha-Trainings absolvieren. Dabei ging es zunächst um einfache Dinge wie sich hinzusetzen oder im Ausfallschritt zu stehen. Diese banalen Übungen brauchte es aber, um schon am 17. Februar meine ersten Schritte ohne Krücken machen zu können. Ohne die beidseitige Sicherung durch meine MEDI-Schienen wäre dies freilich nicht möglich gewesen. Nicht zu vergessen ist, dass mein linkes Bein zu diesem Zeitpunkt noch keine Kreuzbänder hatte!
Schon langsam kamen an beiden Beinen ein paar Muskeln zurück. Das mussten sie auch, denn am 17. März war schon die zweite OP geplant. Diesmal sollten die beiden Kreuzbänder im linken Knie operiert werden und das rechte sollte ab dann bereit sein, direkt die volle Belastung beim Krückengehen zu übernehmen. Auch bei dieser OP geschah etwas unglaubliches: Nachdem Dr. Köhne geplant hatte, die Semitendinosus- und Quadrizepssehne für die Kreuzbandplastiken zu verwenden, stellte er fest, dass meine Grazilissehne überdurchschnittlich dick und robust entwickelt war. Kurzfristig entschied er im OP diese zu verwenden. Dieser Kniff sparte mir die Quadrizepssehnenentnahme und erleichterte mir aufgrund der dadurch unveränderten Biomechanik im Oberschenkelmuskel, eine schnellere und leichtere Reha des Problemknies.
In der anschließenden Reha mussten wir extrem vorsichtig sein. Mein linker Unterschenkel war durchgängig durch eine Spezialschiene unterlagert, um das HKB zu sichern. Zudem war die Behandlung schwierig: Während das VKB Beugung benötigte, durfte das HKB nicht belastet oder gedehnt werden, sodass Marcus  hauptsächlich in Bauchlage behandelte. Ich war heilfroh als ich diese Kritische Phase überstanden hatte. Alles was danach kam war dann ein Genuss. Es ging unfassbar schnell und ohne nennenswerte Probleme. Ehe ich mich versah konnte ich wieder Radfahren, Berggehen und stand mit einem Bein im Normalen Krafttraining. Das einzige Thema das mich noch längere Zeit begleiten sollte, war der Beuger und die Muskulatur die gerissen war. Sowohl in der Kraft als auch in der Beweglichkeit stellt dieser mich auf eine Geduldsprobe, ohne mich bisher wirklich zu besorgen. Ich spüre den Fortschritt, muss aber jeden Tag hart an der Verbesserung des Zustandes arbeiten. Ansonsten bin ich schmerzfrei und ohne Probleme, was das eigentliche "Wunder" erst möglich machte.

Es ist unglaublich, dass ich das Glück habe, von Menschen wie Marcus Hirschbiel und
Dr. Manuel Köhne behandelt zu werden, die so viel Erfahrung, Wissen und Geschick in ihren Bereichen haben und mir dadurch diese Comeback-Story ermöglichen.

 

Stand Mitte Februar

Mittlerweile habe ich über 30 Skitage und trainiere privat mit Erwin Walch, einem super erfahrenen, emphatischen, österreichischen Trainer, der im Allgäu lebt und mir während der für mein Team stressigen Weltcup Saison beim Aufbau helfen kann. Am Götschen im Berchtesgadener Land haben wir zuletzt einige Einheiten bei einfachen Bedingungen im Riesentorlauf gefahren, um die Grundposition gut einzuüben und Sicherheit aufzubauen. Ab Anfang März sind die ersten wirklich sportlichen Kurven im RS geplant um dann auch kurze Zeit später den Schritt zurück in die Speedisziplinen zu schaffen. Vorsicht ist weiterhin geboten, da vor allem das linke Knie noch nicht bei 100% ist. Aufgrund der Regelungen der FIS zum Verletztenstatus sind Rennen diese Saison kein Thema mehr für mich. Stattdessen werde ich versuchen mir über Vorläufer-Starts das Renngefühl wieder zu holen und wichtige Kilometer unter Rennbedingungen zu sammeln. Mein Ziel sind hierbei die Deutschen Meisterschaften Ende März am Axamer Lizum.

Einschränkungen habe ich derzeit nur noch bei der endgradigen Beugung im linken Knie. Statt den ca. 140 Grad (Ferse am Po) liege ich bei um die 130 Grad. Hinzu kommt die leicht eingeschränkte Aktivität der Beugermuskulatur im linken Bein, die aber stetig besser wird. 

Langsam bin ich hungrig nach mehr Geschwindigkeit, steileren Hängen, eisigeren Pisten und immer mehr Skitagen. Ich bin motiviert nochmal von Grund auf meine Technik zu schulen um mit Selbstvertrauen, Ruhe aber auch Spaß bald wieder am Start stehen zu können und zu zeigen, dass weiterhin mit mir zu rechnen ist. Mir ist bewusst, das der Weg noch lange dauern kann, nicht jeder Fortschritt so zügig kommen wird, wie ich es bisher durchleben durfte und dass es viel Geduld, Glaube an mich selbst und auch Glück brauchen wird um all meine Ziele zu erreichen. Trotzdem gebe ich nicht auf. Denn ich habe die Chance nochmal alles zu geben. Andere haben sie nicht mehr... 
#Believe
RIP Matteo & Max



Beitrag des
Bayerischen Rundfunks

BR24-Sport Story: Jacob Schramm - Sein Wunder von Kitzbühel

Podcast Beitrag: "Zwischen Visite und Vision"

Ein Trainingslauf. Ein Sprung. Ein Aufprall mit knapp 100 km/h.
Und plötzlich steht das Leben still.

In dieser eindrucksvollen Episode sprechen wir mit Skirennläufer Jacob Schramm, der auf der legendären Streif in Kitzbühel schwer gestürzt ist – so schwer, dass beide Kreuzbänder rissen, das Knie luxierte und selbst der einfachste Schritt wieder neu gelernt werden musste. Eurosport schrieb: „Jacob muss das Gehen neu lernen.“ Und genau das musste er auch.

Doch diese Geschichte ist mehr als ein Sportlerporträt.

Es ist eine Reise durch Schmerz, Stillstand, Hoffnung – und den Mut zum Neubeginn.


Besuch bei Medi in Bayreuth

"Ein schwerer Sturz beim Training auf der legendären Streif in Kitzbühel im Januar 2025 änderte alles für den deutschen Skirennläufer Jacob Schramm. Die Diagnose: komplexe Knieverletzungen, unter anderem mit Riss beider Kreuzbänder im linken sowie Kreuzbandriss im rechten Knie. Es ist ein langer Weg zurück zur Genesung – seinen Optimismus hat der junge Athlet dennoch nicht verloren. Ende Juli 2025 war der 26-Jährige zu Besuch beim Medizinprodukte-Hersteller medi in Bayreuth, der als medizinischer Kooperationspartner die Nationalmannschaften des Deutschen Skiverbandes (DSV) mit Bandagen und Orthesen ausstattet. Im Interview spricht Jacob Schramm über die schwere Zeit nach seinem Unfall, seine Therapieergebnisse und seine Pläne für die Zukunft."

Europacup Finale Kvitfjell

Am Ende der Saison ging es also nochmal für 5 Tage nach Skandinavien. Genauer gesagt ins 2 Autostunden von Oslo entfernte Kvitfjell Skiresort, wo dieses Jahr die letzten beiden Wettkämpfe der Europacup Saison anstanden. Schon immer habe ich mich bei meinen Reisen gen Norden wohl gefühlt; egal ob Are, Narvik oder Kvitfjell. Auch dieses Mal war die Stimmung gut und ich genoss jede Fahrt. Die Trainings liefen gut und auch die Abfahrt war vernünftig. Nur wenige Zehntel trennten mich vom Podest, doch 0,8 Sekunden Rückstand auf Platz 1 (0,4 auf Rang 3) reichten aufgrund der Leistungsdichte im EC "nur" zu Rang 15. Mein Gefühl beim Einfahren war jeden Tag wieder sehr gut, vor dem Super G jedoch fiel dieses aufgrund von Nebel und Neuschnee aus. Trotzdem beschloss ich im Geiste das Rennen wie einen Trainingslauf anzugehen und so locker wie möglich zu bleiben. Dass es dann gerade beim letzten Rennen, bei dem dann doch mal der Druck da war, endlich gute Punkte zu fahren, so gut hinhaut, hätte ich nicht gedacht. Nur wenige Sekunden vor dem Start kam mir sogar das Lied "Kokomo" von den Beach Boys (unten verknüpft) in den Sinn, sodass ich fast schon lachen wollte. Als ich dann gestartet war, ging auf einmal alles so leicht: ich traf die Linie so wie ich es geplant hatte, die Spuren machten mir nichts aus und auch die kleinen Fehler kosteten gefühlt kaum Geschwindigkeit. Bei der Einfahrt in den Zielhang investierte ich ein wenig in die Linie, was mir auf die letzten Meter Richtung Ziel eine gefühlt höhere Geschwindigkeit brachte als bei der Abfahrt. Mein Gefühl im Ziel war ordentlich, doch als ich auf die Zeittafel sah und nur +0,00 erblickte wusste ich zunächst nicht was ich mit dieser Information anfangen sollte. Am Tag vorher bei der Abfahrt stimmt nämlich meine Zeit nicht und ich dachte zunächst "hä? oh, man nicht schon wieder keine Zeit...", bis dann plötzlich die ersten Stimmen riefen "Stark Jacob", "Gratuliere". 
Ich war auf Rang 1 gefahren. Zeitgleich mit Nicolo Molteni aus Italien.

Unfassbar! Ich ging aus dem Zielbereich und gab meine Ski zur Flourkontrolle. Es dauerte eine gefühlte Ewigkeit bis der FIS-Offizielle dann endlich sagte: "They are fine. Enjoy!" 
Ab dann hieß es nur noch warten, warten und warten. Mit der Nummer 40 kam dann mein Teamkollege Maxi und fuhr auf Rang 6! Ihm ging es wohl genau wie mir, als er auf die Zeittafel sah. Erst als ich auf ihn stürmte und ihm klar machte, dass er in die Top 10 gefahren war, brach der Jubel aus ihm heraus und wir umarmten uns (männlich :P ).
 Danach kamen immer wieder andere Läufer die schnell waren und mich kurz zittern ließen, doch es schafft am Ende keiner mehr an mir vorbei.
Mein Erster Europacup Sieg stand fest.

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Mein Europacup Winter 2024

Bei den ersten Rennen der Saison war eigentlich kein Druck da. Ich hätte in Santa Caterina völlig befreit drauf los fahren und mir mit etwas Glück vielleicht gleich mal ein Top 5 Resultat erfahren können, denn fahrerisch hatte ich es im Dezember auf alle Fälle schon drauf. Erwartet hatte das freilich keiner von mir, nachdem der Sommer mehr aus Reha bestand als aus Konditionstraining und auch die Skivorbereitung zwar qualitativ hochwertig, jedoch ziemlich kurz gestaltet war. Nach den Plätzen 2 und 7 in den EC Trainings schraubte ich dann aber meine eigenen Erwartungen nach oben und es kam alles anders. Auf P31 und 37 durch ärgerliche und wahrscheinlich durch Anspannung und Verkrampftheit entstandene Fehler bei den ersten EC Rennen, folgte meine persönliche, der Unsicherheit geschuldeten Absage für den Weltcup in Bormio und nach einem eigentlich wieder sehr guten Trainingsblock in Watles nach Weihnachten, P27 und P50 bei den ersten SG EC Rennen in Saalbach. Als ich dann plötzlich die Einladung nach Kitzbühel bekam, war ich überrascht. Ich stand zwar weiterhin nicht verkehrt auf den Ski, jedoch waren Selbstvertrauen und Selbstverständnis schon eine Weile nicht mehr wirklich vorhanden, sodass es alles andere als eine Leichtigkeit war, die wohl bekannteste Abfahrt im Skizirkus zu bewältigen. Trotzdem gab mir die Streif ein bisschen Selbstvertrauen zurück und nicht nur das, denn sie bescherte mir auch, nachdem Thomas Dressen seinen Rücktritt bekannt gab, meinen ersten und lange ersehnten Weltcup Start.

Eine Woche später ging es für mich im Europacup auf einer eigentlich deutlich leichteren Strecke weiter. Mit dem wiedergefundenen Vertrauen startete ich ins erste Training mit Platz 2. Im Rennen jedoch kosteten mich kleine Fehler bessere Platzierungen und ich kam nur auf die Ränge 20 und 22, was aber immerhin EC-Punkte bedeutete. Beim Weltcup in Kvitfjell fuhr ich wiederum gute Abschnitte im Training, konnte diese aber wieder einmal nicht in ein gutes Rennergebnis ummünzen. Mit den Plätzen 15 und 21 in Sella Nevea konnte ich aufgrund meiner hohen Startnummer (42) zufrieden sein, außerdem waren hier die Bedingungen wie immer sehr schwierig. Das in Sella Nevea aufgebaute Vertrauen wollte ich am Stoos und in Verbier nutzen um endlich die ersehnten guten Resultaet einzufahren. Stoos fiel aufgrund des schlechten Wetters vor Ort aus, nach Verbier reiste ich krank an und konnte ohne 100%ige Fitness nicht die Top-Platzierungen angreifen. Am Ende landete ich auf den Plätzen 26, 28 und 29. 
Bevor wir nun zu den letzten EC Rennen der Saison flogen, sollte mir ein kurzer RS-Block neue/alte Denkmuster eröffnen. 3 Tage auf den etwas kürzeren Ski halfen mir bereits ein neues Selbstverständnis für die richtige Linienwahl zu finden und bildeten die Basis für alles was später in Kvitfjell kam...

Debüt verschoben

Knapp 7 Monate ist die OP nun her und ich fahre schon wieder ganz ordentlich. Das Gefühl fürs Rennfahren ist definitiv schon wieder da, nur die Umsetzung noch nicht mit letzter Überzeugung und Selbstvertrauen. Das letzte Mal war ich 9 Monate nach der Operation in Chile, was dieses Mal ca. dem Januar entspräche und auch das Ziel ist um in Form zu sein. Trotzdem habe ich die Chance bekommen mit meinem Team in Copper Mountain zu trainieren. Hieß für mich das erste Mal Amerika, das beste Speed-Training meines bisherigen Skifahrer Lebens - die Strecke ist mindestens auf höchstem Europacup Niveau und bis zu 1:30 lang - und knapp 2 1/2 Wochen Skifahren auf mehr als 2500m. Kurz vor der Abreise wurde ich in Zermatt krank und bekam ein Antibiotikum bis zum Abreisetag nach Amerika verschrieben. Dieser Umstand machte freilich das Training etwas anstrengender als normal und brachte mich zwischenzeitlich auch an meine Grenzen, jedoch glaube ich trotzdem, dass diese 8 Skitage in Copper Mountain mir nachhaltig helfen werden. Nicht jede Fahrt war am Limit oder schon ausreichend für einen Wettkampf, dennoch konnte ich mich Tag für Tag und nahezu Fahrt um Fahrt steigern und mich etwas an die Anderen und mein derzeitiges Optimum herankämpfen.
Nach dem Training in Copper ging es weiter zum Weltcup nach Beaver Creek. Dort angekommen konnte ich vor dem ersten Training vor Aufregung kaum einschlafen. Am nächsten Tag nach der Besichtigung legte sich die Ungewissheit und es kam eher Vorfreude auf. Zwar fuhr noch mit etwas Respekt und der ein oder andere Schwung war eher kontrolliert und oftmals angerutscht, doch die Trainer waren - anders als ich selbst - für meinen Trainingsstand sehr zufrieden. Deshalb ging es auch nicht am 30.11 wieder nach München.
Die Coaches trauten mir meine erste Weltcup Abfahrt zu und so blieb ich erstmal zwei Nächte länger. Voller Vorfreude stand ich auf,  besichtigte aufgrund von Neuschnee mit drei Stunden Verspätung und fest entschlossen mehr als die vorherigen Fahrten anzugreifen; Doch leider wurde das erste Rennen abgesagt. Der Cheftrainer Christian Schwaiger fragte sofort ob ich bleiben möchte, um es am nächsten Tag erneut zu versuchen. Ich zögerte nicht und sagte zu, doch am nächsten Tag sah es noch schlechter aus. Bevor noch ein Athlet seine Skischuhe angezogen geschweige denn seine Ski ergriffen hatte, wurde auch das zweite Rennen abgesagt.
Für mich ist das natürlich kein Beinbruch. Es wären nochmal ein bis zwei coole Trainingsläufe gewesen, mit dem Bonus, dass diese meine ersten im Weltcupzirkus gewesen wären, noch dazu mein erstes Rennen seit der Verletzung in Pfelders. Vielmehr bin ich mehr als glücklich schon in Zermatt beim Team dabei gewesen zu sein, dass ich mit nach Copper durfte war noch besser, aber das Vertrauern der Trainer zu bekommen und für den BC Weltcup aufgestellt worden zu sein übertraf alle meine Erwartungen! 
Ich bin sehr Dankbar für die Unterstützung von Andi Evers, Christian Schwaiger und Wolfi.
Die nächsten Wochen wird  der Fokus erstmal auf den Europacup in Santa Caterina gelegt, bevor ich danach natürlich versuchen werde auch wieder den Weltcup in Angriff zu nehmen.
Ich fange gerade erst an ;)
#bereitwienie

Diese Scheiß-Angst…

Der nächste Schritt ist gemacht, ich bin wieder auf Skiern unterwegs. In Hintertux konnte ich für 2h zum ersten Mal seit 5 Monaten wieder etwas rutschen. Probleme mit dem Knie gab es dabei keine, deshalb ging es für mich ein Paar Tage später nach Zermatt um besser und öfter zum fahren zu kommen. Vier Tage waren geplant, jedoch spielte das Wetter nicht wirklich mit und somit wurden es drei. Aber nicht nur das Wetter spielte nicht mit. Auch mein Knie ist nicht wie bisher gewohnt reizfrei. Und wenn ich ehrlich bin macht mir das Angst. Bisher lief es doch eigentlich  auch fast alles zu gut …
Bald steht dann das Kontroll-MRT an. Dort sollte hoffentlich keine Reizung erkennbar sein, was mir aber im Moment schwierig erscheint. Vielleicht bin ich auch gerade - trotz der Erfahrung der ersten OP 2021 - nur etwas verunsichert. Versteht mich nicht falsch, Angst vor dem Skifahren, der Belastung usw. ist es nicht; das ist gerade eher gar kein Thema, denn das Vertrauen ist größtenteils schon wieder da. Es ist einfach nur die Angst vor dem was man nicht oder nur bedingt beeinflussen kann.
Und das nervt.

Wenn du Gott zum Lachen bringen willst, erzähl ihm von deinen Plänen...

Da saß ich nun mit dem Kindle in der Hand, den Vögeln lauschend, am Parkplatz vor unserer Unterkunft und laß die ersten Zeilen eines Buches von Fredrik Backmann, dass ich mir einige Stunden zuvor heruntergeladen hatte. Das Wetter lächelte nach diesem komischen Winter endlich wieder und ich fing an mich auf den Sommer zu freuen. Kurz nachdem ich die erste Seite gelesen hatte standen sie da, Romed und Christoph, meine Begleiter auf der kommenden vierstündigen Autofahrt vom Bundeswehr Stützpunkt Warendorf zurück nach Bayern - wobei ich ja freilich in Oberfranken ausstieg, was bekanntlich nicht unbedingt zu Bayern dazu zu zählen ist, aber egal. Wir stiegen ein und fuhren los. Die Beiden werden zwei Tage später wieder zurück fahren. Ich nicht. Hört sich dramatisch an, aber ich wusste es natürlich dort schon. Sie auch. Eigentlich so ziemlich jeder, der dort etwas mit mir zu tun hatte, wusste es. Ich fand es schade.

Fast fünf Monate zuvor waren wir in Gröden. Meine erste Fahrt auf der Saslong war eine wilde und ging bekanntlich nicht so toll für mich aus. Zwei Wochen Pause hieß es vom Doc, weil mein Knie bzw. der Knorpel mal wieder etwas abbekommen hatte. Nach der Pause war das Knie für die restliche Saison kein wirkliches Thema mehr. Über die Plätze 8 und 12 in Sella Nevea und 6 in Orcieres fuhr ich mich im Europacup unter die besten 15, obwohl ich die ersten beiden Rennen in St. Moritz aufgrund der Knorpel-Pause verpasst hatte. Beim Saisonfinale lief es noch besser und ich feierte meinen ersten Podestplatz mit Platz 3 in der Abfahrt von Narvik (Eine ganz spezielle Geschichte für mich - Wer mehr dazu wissen will kann weiter unten im Blog die Beiträge "2020 - Teil 1/2" suchen). Danach standen noch die Deutschen Meisterschaften in Abfahrt und Super G an. In der Abfahrt (Garmisch) wurde ich Vierter und im Super G (Pfelders) lag ich bis zum Rennabbruch wegen Nebels auf einem Vielversprechenden 1. Platz in der Deutschen Wertung. So weit so gut...

Nun kann ich sagen: Meine Comeback Saison lief klasse!

Dabei würde ich es jetzt gerne belassen, jedoch ist das nicht wie diese Geschichte geht.
Beim Letzten Trainingslauf vor der Deutschen Meisterschaft im Super G schlug ich mir - bei wirklich schlechten Bedingungen - beide Ski im Schwungwechsel  aneinander und Stürzte unspektakulär. Kurz vor bevor ich zum Stehen kam, spürte ich einen Schlag aufs linke Knie und ein Knacken darin. Ich wusste sofort, dass irgendetwas nicht stimmt, fuhr aber am nächsten Tag nochmal. Als Tage später beim Bundeswehr Lehrgang, vor allem nach längerem Sitzen, das Knie anschwoll, organisierte ich mir ein MRT in Gütersloh. Unser Mannschaftsarzt Dr. Köhne sah sich anschließend die Bilder an um mir seine Einschätzung zu geben.
Mein Kumpel Hans war gerade dabei zu gehen - wir hatten ein neues Lied Namens "Forget U" aufgenommen (erscheint bald ;) ) - als ich aufs Handy schaute und die Nachricht vom Arzt sah. Schon nach den ersten Worten war mir klar, dass das MRT deutlich schlechter aussehen musste als von mir angenommen.

"(...)Wir müssen leider auch hier eine OP machen."

Fuck.

Erneuter Knorpelschaden im linken Knie bei ca. 20 Grad Beugung
OP: 19.04.2023 OCM 
wieder 6 Wochen komplett entlasten
wieder 5 Monate kein Skifahren

"Wenn du Gott zum Lachen bringen willst, erzähl ihm von deinen Träumen" stand im Roman "Eine ganz dumme Idee" (Leseempfehlung!) von Friedrich Backmann den ich zu dieser Zeit laß. Verrückt wie manchmal völlig unterschiedliche Dinge einen Weg zueinander finden und führ einen plötzlich Eins werden.
Hier: Zitat aus einem zufällig im Radio empfohlenen Buch vs. Erneut nötige Knorpel OP und Zwangspause nach einer Erfolgreichen Saison.
Der Traum vom Weltcup gedämpft durch Realität des Gehens mit Krücken.

Also saß ich da so in der Sonne und laß mein neues Backmann Buch während die Vöglein zwitscherten, auf Romed und Christoph wartend und hoffte einfach nur, dass wieder alles gut werden würde. So wie letztes Jahr.
Es könnte schlimmer sein. 

- Der Winkel der dieses Mal betroffen ist, ist fürs Skifahren nicht so problematisch.
- Ich kenne den Ablauf nach so einer OP jetzt schon und kann es fokussiert angehen
- Der Zeitpunkt ist deutlich besser als damals auch wenn es zur Saison hin stressiger wird
- Ich habe sehr kompetente Leute um mich herum die mir helfen werden
- Ich weiß was es braucht um gut zurück zu kommen, ich hab es schließlich schonmal geschafft!

All das macht mit Hoffnung.
Ich bin und bleibe ein Kämpfer.
Ach ja und ich hab immer noch ziemlichen Bock ;)

#bereitwienie

Na hoppla! Hab ich das ganze Jahr nichts geschrieben?

Als ich heute morgen (3.1.2023) mal wieder die Motivation aufbrachte um mich vor den Mac zu setzen und meine Website und eben diesen Blog zu aktualisieren, erschrak ich etwas. Zuletzt hatte ich zu Jahresbeginn 2022 etwas aus "meiner Welt" preisgegeben. 
Natürlich wurde ich von dem ein oder anderen Interessierten schon einmal darauf angesprochen, dass ziemlich wenig aktuelle Informationen auf diesem Kanal zu finden waren, jedoch war mir nicht bewusst, wie nachlässig ich während der ganzen Comeback Zeit doch wirklich war. Das soll sich nun wieder ändern!

Zunächst will ich euch sagen, ich hab wieder richtig Bock! Bock aufs Skifahren, Bock aufs Rennen fahren, einfach Bock im Schnee zu sein und wunderschöne Orte zu sehen. Sowohl auf A****kalte Tage, sowie die derzeitigen, von Frühlingstemperaturen geprägten Tage, auf Tage mit Kaiserwetter, Tage mit Nebel und auch Tage mit Schneesturm (schön wärs), auf Pulverschnee, auf Kunstschnee, auf Eis oder Schneematsch und natürlich auch auf Tage am Götschen und Jenner oder Kitzbühel und Wengen, hab ich Bock!!!

Der Weg dorthin war nicht so leicht aber er hat sich für mich gelohnt. Er führte mich vom OP Tisch im November 2021, über die Reha in Bad Wiessee im Januar 2022 zurück zur Schmerzfreiheit und "normalem Training" bei  Marcus Hirschbiel ab Februar. 
Danach dann zum ersten mal Skifahren im April an den Götschen und  zur Bundeswehr nach Warendorf im Mai, zurück ins Mannschaftstraining und auf Mallorca zum Radln im Juni und in den ganz normalen Trainingsalltag, sowie die ersten Gletschercamps im Juli. 
Im August ging's zum ersten Mal nach Südamerika und zurück auf ein Podest, bevor mir im September die letzten Sommertage nochmal eine Pause gönnten. 
Der Oktober brachte mich wieder auf das Stilfser Joch, aber auch nach Sölden und ins Pitztal, Orte die ich während der Verletzung irgendwie vermisst hatte. 
Im November realisierte ich zum ersten Mal wieder wie glücklich ich beim Skifahren sein konnte, etwas was ich ein Jahr zuvor aufgrund der Schmerzen und der dadurch sinkenden Motivation und Trainingsleistung völlig vergessen hatte. 
Der Dezember brachte mir die ersten (erfolgreichen) Europa FIS Rennen in Gröden, aber auch die ersten Europacups in Santa Caterina mit viel Nervosität aber einigen hilfreichen Erkenntnissen. Der Dezember brachte mir aber auch ein positives, gleichzeitig aber auch  negatives Erlebnis in Gröden beim Weltcup. Auf der Saslong hatte ich die Chance das Abfahrtstraining zu fahren. Ich war unglaublich angespannt, da ich nicht wusste was mich wirklich erwarten wird. Im Nachhinein muss ich aber sagen, dass es ein unglaubliches Erlebnis war und ich dort gerne noch öfter fahren will. Jedoch hat mein Knorpel dort, in der berühmten Chiaslat Wiese, wieder einen kleinen Schlag abbekommen, der mich 2 Wochen - und somit auch den EC in St. Moritz - kosten sollte.
Mittlerweile stehe ich aber wieder auf den Ski und arbeite mich zurück. Demnächst steht der nächste Europacup in Wengen an und ich bin fest entschlossen dort am Start zu stehen und wieder Vollgas zu geben.

Um zurück auf meinen Weg von November 2021 bis heute zurück zu kommen:
Ich bin ziemlich stolz auf das was ich erreichen konnte und was ich erleben durfte auf im Laufe des letzten Jahres. 
Ich habe es zusammen mit Tom Kossak (meinem Sportpsychologen) geschafft, mein Selbstvertrauen zu stärken, gelassener mit Rückschlägen umzugehen und - was mir am wichtigsten ist - den Spaß am Skifahren wieder zu erkennen und zu finden. 
Ich konnte schon in Chile bei den Südamerika Cup Rennen meine Punkte so weit verbessern, dass ich in Ruhe an die restliche Saison rangehen kann und keinen Stress habe mir für den Europacup eine gute Startnummer zu erfahren. 
Ich habe meine Art und Weise zu trainieren verändert und hole in Zusammenarbeit mit Christoph Henghuber (meinem Skitrainer) viel mehr aus den Skitagen heraus ohne dabei verkrampft zu sein oder wie früher teilweise "ohne Plan" zu trainieren. 
Zu guter letzt habe ich so viele kleine, wie auch große Erfahrungen gemacht, Erkenntnisse gesammelt, Leute kennengelernt und mich professioneller aufgestellt, dass ich ein anderer Athlet geworden bin, der mittlerweile nicht mehr so weit von seinem Kindheitstraum entfernt ist und weiß was zu tun ist um diesen zu Erfüllen.

Danke fürs lesen und bis hoffentlich bald :)
Euer Jacob

Hallo 2022

Halli Hallo 2022 
Auf nimmer Wiedersehen 2021.
Das letzte Jahr hat etwas an mir genagt. Am Ende zwang es mich schließlich ja auch noch dazu mich am Knie operieren zu lassen und meine Saison - wie schon 2017 - eine Woche vor dem ersten Rennen zu beenden. Nach der OP durfte ich mein Knie 6 Wochen lang nicht belasten. Glücklicherweise hatten wir zwei Sätze Krücken daheim, denn ich zerstörte jeweils eine davon in diesen 6 Wochen. Mein erstes und eigentlich auch angenehmstes Ziel stand schnell fest: Gewicht zunehmen! Vor der Operation hatte ich um die 78-80kg. Nun sollten bis zum Start der Reha 83kg her und bis zum nächsten Winter sollte die 85kg Marke fallen. Hört sich leichter an als es dann ist. Mit höchster Disziplin aß ich doppelte Portionen und naschte mich Abends durch unseren Vorratsschrank, doch musste ich ja auch den Verlust an Muskelmasse kompensieren. Es dauerte also bis sich das Essen beim morgendlichen Gang auf die Waage sichtbar machte. Kurz nach Weihnachten hatte ich dann endlich (komisch sich über Gewichtszunahme und den dicker werdenden Bauch zu freuen; aber was Solls) 83,2 kg!!! Ich konnte meinen Jubel kaum bremsen... (haha ja genau)
Was soll ich sagen: Ziele sind Ziele und was sein muss wird gemacht!
Des Weiteren nutzte ich die Zeit um mein rechtes Auge Lasern und damit eine minimale Hornhautverkrümmung korrigieren zu lassen. An dieser Stelle nochmal vielen Dank an Herrn Garstka und Dr. Wiltfang von SmileEyes in München für die schnelle und freundliche Behandlung. Meinem Studium kam die freie Zeit ebenfalls entgegen und ich konnte ein weiteres Modul an Sylvester abschließen (1,7 - Ökonomie und Markt #schonimmerstreber).
Seit Weihnachten bin ich mittlerweile die Krücken wieder los und stehe Tag für Tag sicherer mit beiden Beinen im Leben. Mein Knie sieht gut aus - die Schwellung war unglaublich schnell verschwunden - und ist nahezu schmerzfrei.
Ab dem 10.1. werde ich dann in Bad Wiessee zur Reha im Medical Park erwartet. 
Ich bin gespannt auf die Dinge die mich dort und natürlich auch danach bei Marcus Hirschbiel erwarten. 
Ich wünsche allen Lesern ein gesundes, gutes und gesegnetes neues Jahr 2022.
Bis Bald 
Euer Jacob :)

Bericht der Bayrischen Rundschau

Direkt "Schiss" hatte ich nicht ;) eher ein wenig Respekt beim hinabschauen ins Tal.

2021 - Was bisher (für viele gar nicht so) Interessant ist...

Über 10 Monate ist mein - mehr oder minder - kurzer Jahresrückblick von 2020 schon alt, und er ist der bisher letzte Text bis dato gewesen. Nicht weil es nichts zu erzählen gibt, nicht weil ich zu faul war oder mir keine Gedanken mehr gemacht habe, sondern einfach weil ich oft überlegt hatte etwas zu schreiben, es aber einfach vergessen hatte...

Naja, nun sitz ich ja mal wieder daheim vor meinem iMac und habe alle Zeit der Welt ein wenig über mein Leben zu Philosophieren. Überhaupt auf die Idee gebracht hatte mich eine sehr aufmerksame Person, die meine Website  besuchte und entdeckte, dass ich Lateinisch als eine meiner - mehr oder minder - beherrschten Fremdsprachen angab. Auf die Frage "sprichst du eigentlich auch Deutschisch?", nahm ich mir fest vor, die Website mal wieder zu überarbeiten.
Einige von euch werden sich eventuell Fragen, woher ich denn "alle Zeit der Welt" überhaupt nehme. Die Antwort auf die Frage befindet sich bei der Bilderreihe unter diesem Text ganz rechts, schaut doch schnell mal runter...
Ja gut.
Vielleicht hätte ich dazu schreiben sollen, dass man entweder Mediziner sein , es selbst schon erlebt haben oder mit dem Begriff "Bone Bruise" umgehen können muss, aber hier für alle bei denen keins der drei Beschreibungen zutrifft:

"Bone Bruise (übersetzt so viel wie "Knochen Stauchung") oder Knochenmarködem beschreibt eine schmerzhafte Flüssigkeitsansammlung im Knochen. Ein Bone Bruise entsteht in der Regel durch ein traumatisches Ereignis. Als schwerstmögliche Form dieses Verletzungstyps gilt die Stressfraktur, welcher eine Überlastung oder Stressreaktionen des Knochens vorausgeht."

Kommt euch bekannt vor? Ach ja da war was... Hatte ich ja erst im März nach dem Sturz vor meinem Weltcup Debüt in Saalbach. Nur einen Tag vor dem Rennen, stürzte ich unspektakulär und rutschte und rutschte und rutschte, bis ich unsanft das sauber aufgestellte, robuste rote B-Netz spüren durfte und die ASFINAG sich über satte rund 5000 Euronen, durch die entstandenen Hubschrauber kosten, freuen durfte. Die Saison war gelaufen und ich hatte mich selbst um den Start bei einem WC Rennen gebracht.

Die Zeit danach verbrachte ich meist Daheim und mein Vater (fränk. Vodder) ermöglichte mir etwas Fantastisches: Einen Fitnessraum mit genügend Platz und all jener Ausstattung die ich benötige um vollwertige Trainingsprogramme (wie an meinem Stützpunkt in Berchtesgaden) durchführen zu können. Dafür vielen Lieben Dank!!! Nun kann ich nämlich deutlich öfter daheim sein ohne meinen Sport zu vernachlässigen.

Ein Bundeswehr Lehrgang fand ein paar Wochen danach auch statt. Ich hatte ehrlich gesagt wenig Lust nach dieser turbulenten Saison, in der mir endlich einmal der Sprung unter die ersten 30 Im Europacup gelang, vier Wochen in Hannover zu verbringen. Die Leute die den Hörsaal mit mir teilten machten es aber zu einem Erlebnis, das ich im Nachhinein nicht missen wollen würde. Vielen Dank nochmal (vor allem Nadine, Tobi, Antonia, Jakob und Annika :) ) euer Uffz Schramm.

nun in Kurfassung der Rest des Sommers:
Training - Skimarkenwechsel - Training - Interviews - Training - Radtour + Eichenprozessionspinner <3 - geplanter Urlaub -> Aua -> ausgefallener Urlaub Training - Skifahren - Aua - Urlaub - ich vor meinem Mac sitzend und mich fragend ob bis hierher überhaupt jemand lesen wird...

Bei einem der ersten Schneelehrgänge - um wieder zurück zu dem "alle Zeit der Welt"-Thema zu gelangen - rutschte ich kurz weg und bekam einen Schlag auf meinen linken Ski. Ich wusste eigentlich sofort, dass irgendetwas nicht stimmt, also machten wir zwei Tage später ein MRT. Trotz Schmerzen war nicht viel zu sehen, also unternahmen wir erstmal nichts. Wenige Tage später schien auch alles gut zu sein, also ging ich Bolzen, Trainierte Schnellkraft und ging einige Zeit später wieder Skifahren. Schon nach dem ersten mal Bolzen spürte ich aber plötzlich wieder ein leichtes Stechen im Knie. Als das Stechen nach und nach immer schlimmer zu werden schien entschieden wird uns dazu, vor allem aufgrund des Knorpelzustands im Knie, eine ACP Behandlung (= Zentrifugiertes Eigenblut Spritze ins Knie) durchzuführen, was (entschuldige nochmal Lenchen) die Stornierung des Griechenland Urlaubs nach sich zog. Nach 3 Wochen schien diese Behandlung eine positive Wirkung gebracht zu haben, jedoch war diese Annahme nach zwei  über eine Woche dauernden Skilehrgängen in der Schweiz wieder dahin, als mein Knie wieder anfing weh zu tun und anzuschwellen. Beim Skifahren selbst hatte ich wenig Probleme, meist nur nach 3-4 Tagen am Stück. Nur danach und bei einigen anderen Belastungen (Treppen, Joggen, Sprünge etc.) war das Stechen sehr schmerzhaft.
Ein erneutes MRT Bild brachte einen Bone Bruise zum Vorschein und nun wusste ich zumindest mal den Grund für die Beschwerden. Unser Verbandsarzt (Dr. Manuel Köhne) legte mir ans Herz meinem Knie nun 4-6 ruhigere Wochen zu geben. Aus Angst das ganze zu verschlechtern und mir die Saison bzw. das Knie zu ruinieren nahm ich den Rat an.
Zu der Pause hinzu kamen Osteoporose Tabletten, Ultraschall Behandlung und etwas Vitamin D durch einen Mallorca Kurzurlaub.
Ich, nun mich in Woche 3 befindend, habe also immer noch mindesten eine Woche Zeit, viel Langeweile und ihr damit eure Antwort und ein Update.

So gern ich Mallorca mag und so schön der kurze Trip letzte Woche auch war, ich wäre lieber bei meinen Teamkollegen in Zermatt gewesen um mich weiterhin auf die bevorstehende Saison vorzubereiten. Aber Wäre Wäre Fahrradkette... es ist so wie es ist und ich muss das beste aus dieser Situation machen.
Deshalb:
Juhu mal wieder was neues im Blog :)

La vita e bella !

Bleibt fit und bis bald,
Euer Jacob


P.S.
Wenn ich eins gelernt habe dann:
Jabolko na dan odžene zdravnika stran !! 


Neue Ski an den Füßen:

Nach knapp 7 Jahren entschied ich mich diesen Sommer dazu einen Wechsel in Sachen Skifirma zu vollziehen. Ich bin Nordica sehr sehr dankbar für all die Unterstützung die letzten Jahre, hatte aber das Gefühl mal etwas neues Versuchen zu müssen und fühle mich deshalb geehrt und überaus glücklich die Chance von Head bekommen zu haben.

TV Oberfranken, Radio Plassenburg und Jobtrüffel:

Dieses Jahr hatte ich die Gelegenheit weitere Erfahrungen mit den Medien zu machen. Ich war zu Gast in der ''Halbzeit'' bei TV Oberfranken, führte ein Gespräch mit meinem Lokalradio aus Kulmbach, Radio Plassenburg und durfte bei einer Wanderung in der Steinachklamm meine Geschichte mit den überaus freundlichen Mitarbeitern von Jobtrüffel teilen. Hier gehts zu den Beiträgen:

Wenn die Verletzungen nicht wären:

Verletzungen verfolgten mich leider in der letzten Zeit: Nach einem komplizierten Bruch des Daumensattelgelenks im November 2020, folgte ein Sturz kurz vor der Chance eines Weltcup Einsatzes, der mir sowohl eine geschwollene Schulter als auch einen Bone Bruise im rechten Knie brachte. Schließlich zwingt mich ein erneuter Bone Bruise - diese mal im linken Knie - weitere 4-6 Wochen zu einer Skipause (Sept./Okt. 21). Bleibt zu Hoffen und hart dafür zu arbeiten, dass ich ab sofort weniger Probleme habe.

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2020 - Teil 1

Jeder hat dieses Jahr  mehr oder weniger viel erlebt und Erfahrungen gemacht. Dieses Jahr war vieles sehr speziell, neu und unvorhersehbar. Ich möchte hier einen kurzen Einblick in mein Jahr 2020 geben und dabei genauer auf meine Erlebnisse eingehen.


Starten möchte Ich mit einem kurzen Saisonrückblick:

Ich konnte einige FIS Rennen in den Speed Disziplinen sehr erfolgreich abschließen und sogar gewinnen, qualifizierte mich für meine letzte Junioren WM in Narvik und landete am vorzeitigen Ende der Saison 2019/2020 unter den Top 150 der Weltrangliste in der Abfahrt und unter den Top 180 im Super G.

Die letzten Rennen der Saison fanden in Narvik bei der Junioren WM statt. Als wir eine Woche vor Beginn der Wettkämpfe dort ankamen war Corona schon ein Thema, aber kaum einer ahnte wie groß das alles werden würde. Einige Athleten hatten Masken dabei, der Großteil nicht, nur die mittlerweile unverzichtbare Handdesinfektion war überall schon ein Thema. Man wusste zu diesem Zeitpunkt einfach noch zu wenig. Meine Speedkollegen und ich können im nachhinein von Glück sprechen, dass jene Speedbewerbe  in Narvik die einzigen Wettbewerbe blieben die stattfinden konnten, bevor die JWM ein plötzliches Ende fand. Wie dem auch sei... ich ging in Abfahrt, Super G und der Super Kombination (letztendlich wegen Wetterproblemen abgesagt) an den Start und rechnete mir ganz gute Chancen aus. Ein Podestplatz würde schwierig werden, aber ich träumte dennoch seit fast einem Jahr davon und gab alles dafür. Die Konkurrenz war groß und die Abstände und Unterschiede relativ gering, doch nach den beiden Trainings, die gut für mich liefen, fühlte ich mich bereit und in der Lage zu überraschen. Ich hatte ein gutes Gefühl. Positive Spannung baute sich in mir am Tag vor dem Wettkampf auf und ich ging den Lauf 20, 30 mal im Kopf durch. Fühlte sich eine Passage nicht optimal an, spulte ich zurück und fuhr sie in Gedanken noch einmal "perfekt", bis ich dann schließlich glücklich im Ziel stand und ein gutes Resultat vor mir sah.
Als ich dann am Wettkampf Tag aufwachte wandelte sich etwas in mir. Aus dem positiven Gefühl wurde Anspannung und der Druck, den ich mir selbst machte, nahm Überhand. Ich wollte und konnte es nicht mehr erwarten bis es los ging. Irgendwann erreichte ich den Punkt, dass ich froh war, wenn das Rennen hoffentlich bald vorbei war. Am Start fühlte ich mich zwar hochmotiviert aber auch irgendwie schlapp. Ich startete mit ein paar kräftigen Schüben in die Abfahrt und schon am dritten Tor fühlte ich mich irgendwie nicht wohl. Alles war anders als ich es mir die ganze Zeit vorgestellt hatte. Vier Tore weiter zerstörten meine "Was ist denn heute nur los bzw. anders?"-Gedanken meine Konzentration und ich rutschte auf dem Innenski weg.
In diesem Augenblick gab ich mich selbst auf. Ich dachte: "Shit. Jetzt ist es doch eh vorbei. Ein ganzes Jahr Training, Fleiß und Quälerei, Hoffnung, Träumen und Bangen für nichts und wieder nichts...". Mein Ski fing sich, ich hätte mich retten können. Doch in meiner Vorstellung hatte der "perfekte Lauf" die Kontrolle und ich entschied in dem Moment wie ein Feigling aufzugeben.
Daraufhin folgte der bitterste Nachmittag meines Lebens. Ich wollte weinen, doch ich konnte nicht. Ich fühlte nichts. Leere. Ich war wie gelähmt. Mein Traum war geplatzt.

to be continued...

2020 - Teil 2

Ich tat mir extrem schwer die Abfahrt  zu verdauen, obwohl alle Trainer, Kollegen und mein mitgereister Vater allesversuchten um mich wieder zu motivieren. Aber wozu denn überhaupt noch motivieren? 
Am nächsten Tag stand zwar schon wieder der Super G an, doch ich rechnete mir weder Chancen auf eine gute Platzierung aus, noch war ich vom Glück bei der Startnummernauslosung verfolgt, denn dort bekam ich die Nummer 29.
Als ich dann am nächsten Morgen aufwachte fühlte ich mich gut. Ich hatte eine angenehme Nacht, war ausgeschlafen und hellwach. Das Frühstück schmeckte und das Wetter schien auch Ok. Wir machten uns auf den Weg zum Hang . 
Das Einfahren lief gut, somit war zumindest schonmal das schlechte Gefühl aus der Abfahrt vergessen. Der Lauf schien bei der Besichtigung nicht besonders leicht, was mir jedoch egal war, denn ich hatte ja an diesem Tag eh nichts Großes vor. Nach der Besichtigung ging es - wie auch in den Tagen zuvor - wieder in das Versorgungszelt. Wir hatten viel Zeit, denn das Damenrennen startete vor unserem und wir musste warten. Es gab Verpflegung und wir spielten Schafkopf, das Rennen war zwar irgendwo im Hinterkopf aber zu diesem Zeitpunkt noch Nebensache. 
Als schließlich unser Rennen startete, machte ich mich so langsam Startklar und nahm die Gondel nach oben zum Start. Ich ging den Lauf im Kopf nochmal durch. Dann traf ich die letzten Vorbereitungen und eh ich mich versah, stand ich schon im Starthaus. Ich dachte mir: "Ich weiß gestern lief es nicht rund, aber aufgeben gab und gibt es nicht. Du hast das ganze Jahr für diese Wettkämpfe trainiert, also mach jetzt was draus. Fahr zumindest so wie in allen Trainings zuvor!". 
Wie im Training fahren? Was? Echt? Kann man das einfach so im Rennen?
Ich dachte nicht wirklich lange drüber nach, aber die Anspannung war auf einmal komplett verschwunden. "Ich fahr jetzt wie im Training. Mehr als ein guter Trainingslauf muss es ja auch nicht sein, oder?". Ich startete und schon in den ersten Toren fühlte ich mich wohler als am Tag zuvor. Ich achtete auf meine Innenhand, die Hüftposition und fuhr mit wiedergefunden Leidenschaft den ausgeflaggten Lauf hinunter. 
An der Stelle, an der ich am Vortag mein Rennen beendet hatte, kam es erneut zu einem kleinen Fehler. Der Aussenski fuhr mir am Schwungende Weg und ich lief Gefahr wegzurutschen. Ich korrigierte und konnte die Kontrolle über den Ski zurückerobern. Den Steilhang fuhr ich... 
ehmmm... 
Ehrlich gesagt weiß ich es gar nicht mehr, aber scheinbar ganz gut, denn was ich nicht mitbekommen hatte war, dass bei der Steilhang-Ausfahrt ein "Eck" so manchem Athleten einige Schwierigkeiten gemacht hatte.
Danach war der Lauf schnell vorbei und ich stand im Ziel, hoffend, zumindest halbwegs schnell gewesen zu sein. Ich fuhr aus dem Ziel Gelände hinaus und sah Steff (Rieser). Er saß zufrieden auf dem "Thron" des Führenden und war der sichere Sieger. Er grinste und sagte - er hatte scheinbar meine Fahrt auf der Videoleinwand gesehen - sowas ähnliches wie "He, guad gfahrn ;)". Als nächstes traf ich auf Tobi (Neuber) und meinen Vater. Tobi lächelte und klopfte mir auf die Schulter und mein Vater schien stolz und glücklich über meine Leistung. Sie sagten, ich sei auf Platz 6 gefahren. "Wow", dachte ich "6. Platz... Das ist unglaublich!".  Ein Amerikaner streckte mir die Faust entgegen und meinte nur "Nice job mate!".  Ich war erstaunt und glücklich zugleich. Es war nicht einfach auf der unruhigen Piste und ich hatte tatsächlich eine ganz gute Trainingsfahrt erwischt. Das etwas später noch zwei Konkurrenten schneller fuhren machte mir nichts, denn selbst Rang 8 war ein großer Erfolg nach dem Desaster am Vortag.
Mein Trainer - liebevoll "Short" genannt - kam etwas später ins Ziel und reichte mir die Hand. Auch er schien zufrieden zu sein. Er gratulierte mir zu meiner Fahrt und zollte mir Respekt, denn er hatte nicht an ein solches Comeback geglaubt (Natürlich wusste auch er wie hart die Abfahrt mich getroffen hatte).

So also fand ich meinen Frieden mit der Junioren WM in Narvik. Die Super Kombination hätte ich zwar gern noch bestritten, jedoch fiel sie aufgrund des schlechter werdenden Wetters aus. 

Wir reisten nach Hause und trafen am Flughafen auf Franzi Berger. Sie war nur für den Slalom nominiert und kam deshalb erst später nach. Sie freute sich, konnte aber nicht ahnen, dass die JWM noch am Abend ihrer Ankunft abgesagt werden würde.

Für mich ging es Heim nach Oberfranken und schon kurz danach in den Lockdown. 

to be continued...

2020 - Teil 3 

Ich weiß, der Teil mit der Junioren WM schien lange, jedoch war es ein sehr bedeutender Teil von 2020. Zum einen wollte ich es noch einmal Revue passieren lassen, zum Anderen war der Rest von 2020 nicht besonders spektakulär.
Nachdem es für mich nach Hause ging und Corona so einiges änderte, hatte ich ehrlich gesagt eine schöne Zeit. Ich konnte zwar nicht oft meine Freunde sehen und vor allem nicht mehr Skifahren, aber ich sah meine Familie, konnte meinen größten Hobbys nachgehen und mich mal etwas sortieren. Ich kochte Mittags für Papa und Oma und lernte dabei viel dazu, erledigte Einkäufe und konnte mich meinem Studium widmen. Das erhalten meiner Fitness war im heimischen Kraftraum auch kein Problem und Fahrradfahren sowie Joggen oder Wandern war ja eh erlaubt. Außerdem gab es ja im Notfall auch noch die Wohnung in Berchtesgaden, zu der ich auch ab und zu mit meiner Freundin fuhr.
Was ich jedoch im Eifer des Gefechts schnell vergaß: Die Saison war bis zum Abbruch schon (mit Vorbereitung) mindestens 6 Monate alt und ich machte eigentlich keine Pause, sondern trainierte einfach weiter.
So kam es bald dazu, dass ich mich schlapp fühlte, die Leistung stagnierte und ich an meinem Training zweifelte. Die ersten Skicamps waren toll, doch schon bald fehlte mir auch am Berg der Saft. Nach einem enttäuschenden Camp zusammen mit der Weltcup- Mannschaft in Zermatt, entschied ich mich einen kurzen Urlaub einzuschieben um etwas Abstand zu gewinnen und durchzuschnaufen. Dies half mir tatsächlich, aber mein Leistungsniveau war immer noch nicht ganz optimal. 
Erst Ende Oktober fand ich wieder richtig in die Spur und tankte ordentlich Selbstvertrauen beim Training mit der Schweizer Nachwuchsmannschaft in Saas Fee. Zu diesem Zeitpunkt war ich schon alleine mit meinem Trainer (Stephan Kurz) und Servicemann (Florian Beck) unterwegs. Mein bester Skifahrer-Kumpel Christoph "Bräänz" Brence wurde aufgrund anhaltender Schmerzen im Knie operiert und auch Tobi Neuber fiel seit seiner JWM Verletzung aus. Anton (Grammel) und Jonas (Stockinger) waren zu diesem Zeitpunkt mit dem anderen Trainer (Christoph Henghuber) bei Riesenslalom Trainings und bald auch Rennen unterwegs. 
Meine ersten und letzten Rennen 2020 fanden in Sulden am Ortler statt. Es waren zwei Riesentorläufe. Ich startete mit hohen Startnummern und vergeigte jeweils den ersten Durchgang. Im zweiten Durchgang konnte ich mich zwar immer um einige Plätze verbessern, aber es waren trotzdem keine guten Rennen.
Am Tag nach den Rennen trainierten wir noch Super G. Der Lauf war recht lang, aber nicht schwer. Wir hatten sechs Läufe geplant und ich fühlte mich nach drei beendeten zwar leicht erschöpft aber nicht wirklich müde. Beim vierten Lauf machte ich trotzdem einen Leichtsinnsfehler: Ich fuhr in eine Rechtskurve unsauber ein und rutschte weg. Normalerweise kein Problem, aber mein Innenskischuh fing sich im aggressiven Schnee und es verdrehte mich. Ich schlug mit dem Gesicht auf den Boden und griff mit der linken Hand in den Schnee. Ausgerechnet in Sulden, wo ich mir drei Jahre zuvor schon das Kreuzband gerissen hatte, brach ich mir nun das Daumensattel- und das Ulnae-Gelenk. Es hörte sich für mich im ersten Moment nicht sonderlich schlimm an - klar ein Bruch tut weh, sollte aber schnell heilen und die Hand braucht man ja sowieso beim Skifahren nicht dachte ich - jedoch machte mich der Arzt auf die schwere der Verletzung aufmerksam und verordnete mir nach der OP mit Fixierung der Knochen, sechs Wochen Pause. 
Ein wirklich ungünstiger Zeitpunkt für so eine unnötige Verletzung... 
Aber was sollte ich jetzt noch dagegen tun? Ich konnte die sechs Wochen nur absitzen und hoffen, dass danach alles wieder passt. 
Nach vier Wochen riskierte ich es, wieder ein wenig ohne Stecken Ski zu fahren, was glücklicherweise gut ging. Am 29.12 bekam ich dann nach einem schönen Weihnachtsfest - leider ohne Gottesdienst und ohne einige Traditionen - meine Drähte aus der Hand. 
Nun sitze ich zufrieden und hoffnungsvoll an meinem PC und schreibe diesen kleinen Rückblick. Die Hand ist noch nicht die alte, aber ich kann sie zumindest wieder leicht belasten und bewegen und vor allem wieder (mit Schiene) sicher Skifahren und Trainieren. 

Für 2021 wünsche ich mir, dass dieser ganze Wahnsinn bald ein Ende hat. Ich bin froh, dass meine Familie und ich bisher verschont geblieben sind. Meine Oma und Mutter werden wohl bald geimpft und sobald es möglich ist, werden mein Vater und ich natürlich nachziehen. Ich verstehe die Sorgen einiger, habe aber kein Verständnis für die Angstmache, die Verbreitung von falschen Informationen, die Ignoranz und den Hass den einige zum Thema Impfen, Corona-Regeln und der allgemeinen Situation verbreiten.

Vielen Dank für euer Interesse und das Lesen.
Ich wünsche euch einen guten Start ins Jahr 2021 und vor allem Gesundheit.

Bis bald
Euer Jacob

Videodreh bei meinem Sponsor Krumpholz

Impressionen von Narvik 

Frühes Saisonende

18.03.2020

Zunächst einmal:
Danke !

Danke an alle, die mir diese Saison geholfen haben, dorthin zu kommen, wo ich nun bin.
 Besonders hervorzuheben sind dabei die komplette C Kader Mannschaft um Stephan Kurz, Tim Jitloff und Stephan Schmid, die Serviceleute Miha Vauhnik und Florian Beck, alle Physiotherapeuten, die uns diese Saison betreut haben, Marcus Hirschbiel, Tobias Döppelhan, die Firmen Krumpholz, PurMuesli, Komperdell und Nordica, sowie die Bundeswehr Sportfördergruppe und natürlich meine Freunde und Familie.

Doch wo bin ich nun?
Man könnte sagen, die Saison sei durchwachsen gewesen. Im Europacup landete ich jenseits der Top 30, verfehlte also mein Ziel mindestens einmal in die Punkte zu fahren.  Auch bei der JWM blieb mein Wusch nach einer Medaille unerfüllt.
Also... Note 4?

Ich persönlich kann Leute verstehen, die meine Saison so bewerten würden, jedoch komme ich auf ein besseres Fazit.

In nahezu allen Rennen, in denen ich mich in einer guten Ausgangsposition sah, konnte ich liefern. Somit holte ich einen FIS Sieg und zwei zweite Plätze, mehrere U21 Top 3 Ergebnisse und gute Punkte vor allem in der Abfahrt, bestätigte aber auch die Super G Punkte und stehe somit in beiden Disziplinen unter den besten Jugendläufern weltweit, in der Abfahrt sogar unter den besten 170 Erwachsenen. 
Auch der Europacup kann positiv bewertet werden. 
Ich startete zum ersten mal in Wengen und Kvitfjell, also echten Weltcup Strecken, verringerte Rennen für Rennen den Abstand zu den Top-Leuten und sammelte viel Selbstvertrauen, Erfahrung und kam zur Erkenntnis: Viel fehlt nicht mehr!
Auch bei meinem Einsatz als Vorläufer beim Weltcup in Garmisch zeigte ich eine gute Leistung und bekam Lob von allen Seiten.
Am Ende der Saison stand noch meine letzte Junioren WM in Narvik an. In der Abfahrt machte ich mir selbst zu viel Druck, verkrampfte und schied nach nicht einmal der Hälfte des Laufes durch einen schlimmen Konzentrationsfehler aus. Ein harter Schlag ins Gesicht, schließlich hatte ich genau auf dieses Rennen ein ganzes Jahr hingearbeitet.
Einen Tag später ging es dann jedoch sofort mit dem Super G weiter. Meine Erwartungshaltung war gering, somit ging ich auch ganz entspannt, fast schon wie im Training, an den Lauf heran. Es waren schwere Bedingungen, kombiniert mit einer schweren Kurssetzung, sodass einige Läufer strauchelten und sogar ausschieden. Mit einer soliden und konzentrierten Leistung kam ich überraschend als 6. ins Ziel. Auch die Tatsache, dass ich noch auf Rang 8 verdrängt wurde, machte mich nicht weniger glücklich. 
Als Oberfranke so weit gekommen zu sein macht mich stolz. 
Bedenkt man, dass ich noch vor 5 Jahren in meinem Garten trainiert habe, ist es schier unglaublich. 

Leider bleibt mir aufgrund des Coronavirus die Chance verwehrt, nochmal im Europacup und bei der Deutschen Meisterschaft anzugreifen. Jedoch gibt es mir die Möglichkeit daheim zu sein, wo ich den ganzen Winter nicht zu sehen war.
Meine Junioren Zeit ist somit auch beendet. Jetzt fahre ich offiziell als Erwachsener gegen die besten der Welt.

Bleibt gesund.

(Super G Garmisch)
(Foto: Paulfoto)

Licht am Ende des Winters 

(20.02.2020)

Ein Großteil der Saison ist vorbei und ich wage ein kleines Zwischenfazit:

Der Anfang der Saison verlief etwas holprig. Ende November startete ich mit den ersten Rennen in Zinal. Danach standen dann Rennen in Gröden, Santa Caterina (Europa Cup) und erneut Zinal (EC) an. Das Vertrauen in meine Fähigkeiten war noch nicht da und ich tat mir etwas schwer, die richtige Linienwahl zu treffen und den Ski freizugeben.
Bei den ersten deutschen Rennen, der Deutschen Jugendmeisterschaft in der Alpinen Kombination im österreichischen Axams, lief es plötzlich deutlich besser und ich fand etwas Sicherheit. Im ersten Kombi-SuperG konnte ich mir den Sieg sichern und fuhr im anschließenden Kombi-Slalom auf Platz 4 bei der Deutschen Jugendmeisterschaft.
Nach dem Jahreswechsel zog es unser Team nach Wengen (Schweiz), wo ich 4 Mal die Lauberhornabfahrt hinunter fahren durfte. eine tolle Erfahrung! Ich konnte den Abstand zum erklärten Ziel, den Top 30 im Europacup, weiter verringern und wusste von nun an was zu tun war. 
Nach zwei akzeptablen Ergebnissen in St. Lambrecht (RS) und Radstadt (SG) ging es erneut zu einem Europacup ins französische Orcieres. Nach zwei durchwachsenen Abfahrtstrainings hatte ich in den folgenden Rennen kein Glück. Im ersten Rennen machte mir das Wetter einen Strich durch die Rechnung, es wurde vor mir immer dunkler und somit schwieriger. Die zweite Abfahrt wurde direkt vor mir, aufgrund schlechter Pistenverhältnisse abgebrochen und der abschließende Super G wurde wegen viel Neuschnee abgesagt.
 Nach einem erneut ordentlichen Riesenslalom am Jenner ging es in Sella Nevea (Italien) im Europacup rein ums ''überleben'' und ich fuhr verunsichert hinterher, um dann nur einen Tag später bei zwei deutschen FIS SuperG Rennen zwei zweite Plätze zu erreichen. Dabei ein mal nur 0,18 und ein mal 0,22 hinter dem Sieger. Endgültig platze der Knoten dann bei den FIS Abfahrten in Sella Nevea. Bei starker Besetzung kam ich einmal als 14., einmal als 7. und bei beiden Rennen jeweils als Zweiter in der U21 ins Ziel. Dabei fuhr ich mir die besten Abfahrtspunkte meiner Karriere. Außerdem konnte ich meine 
Kombi-Punkte leicht verbessern und fuhr einen soliden Slalom in der Abfahrtskombi.

Es scheint fast so, als würde ich erst gegen Ende des Winters, wenn die Sonne wieder früher, länger und heller scheint, meine beste Leistung abrufen können...
Auch dieses Jahr kann ich es wieder sehen: 
Das Licht am Ende des Winters.
Gerade noch rechtzeitig vor den Europacup Rennen in Kvitfjell (Norwegen) und natürlich der Junioren WM in NArvik (Norwegen).

Purmuesli - Löffel Dich Fit!
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Ich freue mich einen neuen Partner bekannt geben zu dürfen: Die Firma Purmuesli aus Kulmbach versorgt mich ab sofort mit leckerem und vor allem gesundem, perfekt für Sportler geeignetem, Zuckerfreiem Bio-Müsli.

Vielen Dank !!!

Januar 2020

(05.01.2020)

Das alte Jahr hat sich verabschiedet und das neue hat unlängst begonnen. 

2019 war für mich, mit dem Start bei der Junioren WM in meiner Comeback Saison, den guten Leistungen im Speedbereich, dem Start meines Sportmanagement Studiums und meinem ersten FIS Super G Sieg vor kurzem, sehr erfolgreich!

2020 soll nun, genau wie das vergangene Jahr, wieder gut starten und dazu heißt es vollen Fokus auf meine Ziele zu haben und die Hausaufgaben und Arbeit, die ich vor mir habe, abzuleisten.
Im Januar steht als erstes Rennen die Europacup Abfahrt in Wengen (SUI) an; ein echter Klassiker. Dort warten auf der sogenannten Lauberhorn Abfahrt der berühmte Hundschopf Sprung und die enge Passage des Kernen-S mit dem anschließenden kurzen Tunnel.
Mein Ziel ist es mich dort in den beiden Trainings Stück für Stück zu verbessern um dann im Rennen die Top 30 angreifen zu können, auch wenn das oberste Ziel, das Sammeln von Erfahrung und das ''gute Skifahren'', ist.

Nach Wengen geht es dann zurück zu den FIS Riesenslaloms in St. Lamprecht. Dort konnte Ich letztes Jahr zwei tolle Rennen, mit Platz 1 und 3 bei den NJR Rennen, feiern. 

Am 20.01 stehen zwei weitere Super G im Österreichischen Radstadt an. Dort hatte ich vor einigen Jahren mein Schul-Skilager mit meinen damaligen MGF-Gymnasium Kollegen und Lehrern. Auf dieses Rennen freue ich mich wirklich sehr, denn als wir damals mit der Schule dort waren,  fand am gleichen Hang ebenfalls ein FIS Rennen statt und ich träumte davon, dort auch einmal zu stehen und mich mit Internationalen Konkurrenten zu Messen.

Als besonderes Erlebnis sind dann zwischen dem 30.1 und dem 1.2  auch die Weltcup Abfahrtsrennen in Garmisch-Partenkirchen zu sehen. Dort werde ich zusammen mit drei Trainingskollegen zum zweiten mal Vorläufer machen. 
Ein tolles Ereignis und die Gelegenheit ein wenig Weltcup Luft zu schnuppern! :)
Jedoch gilt es zuvor den Fokus noch auf die 3 Europacuprennen in Orcieres/FRA zu legen. Eine weitere Chance an die Top 30 heran zu fahren und weiterhin Erfahrung zu sammeln, sowie mich zu verbessern.

(Alpine Kombination - EC Santa Caterina)

Voller Kalender 

(21.11.2019)

Die Saison beginnt und sie beginnt vollgepackt mit vielen Skitagen.
 20.-22. November heißt es in Pfelders (ITA) nochmal an der Technik feilen und Riesenslalom fahren, bis es danach vom 23.-25.11 in Livigno (ITA) endlich wieder auf die Speedski geht. Dort werden wir Super G fahren und uns auf die folgenden Rennen, am 26./27.11 in Zinal (SUI / FIS), vorbereiten.
Nach zwei Tagen Pausen geht es dann schon am 30.11 in Gröden (ITA) weiter, wo 2 FIS Abfahrten und 2 FIS Super G am 1. und 2.12. anstehen. Den 3./4.12 verbringen wir beim Super G Training in 
Santa Caterina (ITA). Nach 2 Tagen beim „Kramperl-Lauf“ in meiner Wahlheimat Berchtesgaden, geht es wieder nach Santa Caterina. Dort stehen ab dem 8.12 die ersten beiden Europacup Super G Rennen an. Direkt am 9.12 geht es wieder nach Zinal, wo zwei weitere EC Super G Rennen statt finden.

Der Plan bis Mitte Dezember scheint also eher vollgepackt und stressig, aber ich werde die Zeit im Schnee genießen und hoffentlich meine Ziele bis dorthin erfüllen.
Weitere Updates folgen ;)

Bis dahin 
Euer Jacob 

Das letzte Mal Saas Fee 2019 (hoffentlich)

(10.10.2019)

Krankheit überstanden, Radl- und Krafttest für dieses Jahr abgeschlossen und somit wieder voll in der Wintervorbereitung , ging es ein weiteres Mal in die Schweiz. Zum mittlerweile 3. Mal hieß der Zielort Saas Fee im Wallis. 

Der Plan sah folgendermaßen aus: 
2 Tage Super G gefolgt von 3 Tagen Abfahrt; dabei mindestens 6 Fahrten - bis zu 10 - am Tag. 

Das Nachmittagsprogramm: 
Straff...
Mittagessen - Skikanten überprüfen und Ski einwachsen - Auslaufen, Blackrollen und Dehnen - Ski vom wachs befreien - Lernen fürs Studium - Videoanalyse - Duschen - Abendessen - Besprechung - Geld beim Kartenspiel verlieren - endlich schlafen gehen ...

Aber!
Das Wetter hatte da noch ein Wörtchen mit zu reden und es kam alles anders als geplant...
Tag 1 - bestand aus einer kurzen Tiefschnee Einheit
Tag 2 - brachte Nebel und weiche Piste (3 Fahrten)
Tag 3 - brachte erneut Schnee und sturmartige Böen (2 Fahrten)
Tag 4 sah zunächst gut aus... aufgrund anhaltendem Starkwind konnte jedoch nicht die volle Strecke gefahren werden (6 Fahrten)
Tag 5 - Heimreise (bis dato soll es der einzig wirklich gute Tag werden)

Ich mache gute Fortschritte was meine grundsätzlichen technischen und taktischen Ziele angeht.
Zum einen wird die Grundposition immer stabiler und häufiger fehlerfrei, außerdem kommt das Vertrauen in die langen Abfahrts und Super G Skier langsam wieder, zum anderen werden meine Linienwahl, das Sprungverhalten und die Angriffslust immer besser und größer. Trotzdem gilt es weiterhin an der Aerodynamik, der Bewegung nach vorn (und nicht nach oben), sowie Kleinigkeiten bei der Linienwahl zu arbeiten, um den notwendigen nächsten Schritt zu gehen.

Der weitere Plan führt mich bis Weihnachten zu vielen Speedtrainings und -rennen. Bisher bekannt sind die Stationen Tignes (FRA) und Gröden (ITA). Außerdem sind natürlich weitere Rennen in der Schweiz und Österreich, sowie Europacup Starts geplant.




Saas Fee #1

(31.08.2019)

Mein erster Skilehrgang, seit dem Camp in Norwegen, sollte am Montag dem 19.08, Frühs um 6 Uhr an der Gondelbahn in Saas Fee / Schweiz starten. 
Bevor ich mich jedoch mit meinen 2 paar Riesenslalom Skiern auf den Weg machen konnte kam die Nachricht, dass wir uns wieder in Bett legen könnten... Konditraining statt Skifahren stand an. 
Und leider nicht nur an jenem Tag; auch am folgenden Tag war aufgrund des anhaltenden Regens nicht an die Bergfahrt zu denken. 
An Tag 3 dann endlich das ersehnte gute Wetter. Ich fand nach der gut 1 Stunde dauernden Bergfahrt meinen Weg in die noch sehr neuen Skischuhe und konnte von diesem Zeitpunkt an den Schnee unter meinen Skiern genießen.
Das Wetter sollte die kommenden Tage ebenfalls brillant bleiben und der Lehrgang schien ein Erfolg zu werden, nachdem wir nun schon 2 Tage verloren hatten.
3 Tage RS gefolgt von einem Tag Super G brachten mich langsam immer mehr in Form, wenn auch der Weg bis zur gewünschten Topform und den gleichmäßig guten Schwüngen noch ein wenig dauern wird.
Am geplanten 5. Skitag ging dann wieder nichts. Dieses mal jedoch schlief ich noch um halb 8 tief und fest. Warum?
Am Tag zuvor erreichte uns schon die Meldung, dass am nächsten Tag  nichts gehen werde, da aufgrund der recht hohen Temperaturen am Berg, sich Geröll gelöst hätte und auf die Piste gerutscht sei. Das Risiko uns alle an den Trainingshang zu lassen war für die Betreiber zu groß. 
Gott sei dank bekamen diese es innerhalb von nur einem Tag hin, das Gebiet zu sichern und die Steine größtenteils zu entfernen, sodass wir am Ende doch noch zwei Trainingstage nutzen konnten.
Der weitere SG Tag tat mir sehr gut, was man am letzten Tag auch im RS bemerken konnte.

Für die nächsten Lehrgänge stehen die Ziele bereits schon fest:

Im Riesentorlauf geht es weiterhin darum den Rutschanteil zu verringern, meine Bewegung im Schwungwechsel nach vorne anstatt nach oben zu bringen und wie schon erwähnt immer mehr Konstanz in meine Läufe zu bekommen, sodass jeder Schwung fast ''gleich'' ist.

Im Super G liegt der Fokus auf einer mittigen Hüftposition in der Schwungeinleitung, einer allgemein  hohen Hüftposition und einem geduldigen Schwungwechsel der dem RS gegenüber mehr in die länge gezogen bzw. langsamer gestaltet werden soll.

Jetzt bleibt nur noch zu hoffen, dass ich bis zum nächsten Lehrgang wieder 100% Fit bin, da ich mir bei der Abreise eine Grippe eingefangen habe, die bis dato noch nicht voll und ganz auskuriert ist.

Studium gefunden! 

(15.08.2019)

Ab 01.10.2019 werde ich Sportmanagement per Fernstudium an der IUBH studieren. Dabei unterstützt werde ich unter anderem durch die Bundeswehr und den DOSB. 

Vielen Dank!

Zeitungsartikel in der Bayrischen Rundschau vom 19.07.2019

Interview mit skiweltcup.tv

Ski-Rohdiamanten im Gespräch: Heute Jacob Schramm aus 
Eppenreuth / Deutschland

Norwegen Part 2 / 2

(15.07.2019)

Woche zwei ist nun auch geschafft! Und damit gehts wieder zurück in die Heimat. Zuvor steht aber noch die knapp 20 Stunden dauernde Heimfahrt von Jondal über Oslo-Kopenhagen-München nach Eppenreuth an...

Riesenslalom und Super G konnten wir am Ende doch noch ganz gut trainieren, sodass in beiden Disziplinen ein ordentlicher Schritt nach vorne ging. Es wartet zwar - vor allem im Riesenslalom - noch viel Arbeit auf mich, aber die neuen Ansätze von Tim scheinen bei mir schon gut zu fruchten. Dadurch kommt auch immer mehr die Lust auf technische Disziplinen zurück. Mit Beaver Creek (USA) Riesentorlauf-Sieger Stefan Luitz, der im Lauf neben uns zusammen mit der deutschen A-Nationalmannschaft trainierte, hatte ich auch einen guten Anhaltspunkt in den letzten beiden Tagen.

Und nicht nur skifahrerisch ging was weiter: Auch in Sachen ''Trampolin und Sprungbrett Turnen'' hatte ich die Möglichkeit neue Tricks zu üben und meinen Körper besser kontrollieren zu lernen, was ja letztendlich auch fürs Skifahren gut ist ;)
Wobei ich mir dann doch am letzten Abend beim Versuch eines Dreifachen-Vorwärtssaltos unsanft mein Knie knapp unter mein linkes Auge rammte, sodass ich jetzt die nächsten 1-2 Wochen wie ein gezeichneter Boxer herumlaufen werde... 
Aber naja, zu was sonst gibt es Sonnenbrillen...

Norwegen - Part 1/2 

(06.07.2019)

Die erste Skiwoche in Norwegen ist vorbei... 
Seit 28.06 steh ich nun wieder auf den Skiern und was sich zunächst komisch angefühlt hat wird langsam wieder normal für mich; nämlich skifahren mitten im Sommer. 
In den letzten 8 Tagen wurde der erste Grundstein für eine saubere Skitechnik gelegt und die Kondition weiter verbessert. 
Jedoch hatten wir bisher wenig Glück mit dem Wetter, sodass wir bereits jetzt unsere zwei geplanten Pausentage bei strömendem Regen in unserer Unterkunft absitzen mussten und nicht wie geplant am Fjord bei sommerliche Nicht Temperaturen entspannen konnten, sowie viel Zeit für alternativ Programm, wie Rumpfkraft, Ausdauer o.ä. zur Verfügung hatten...
Nichtsdestotrotz muss ich eingestehen: ich hätte nicht gedacht, dass wir Anfang Juli - sofern das Wetter mitspielt - so gute Trainingsbedingungen auffinden würden und mit unserem neuen Cheftrainer Tim Jitloff so gut arbeiten und uns verbessern könnten. 
5 harte Tage stehen noch bevor, die Beine sind schon schwer, aber ich werde trotzdem alles daran setzen mich gut für die kommenden Monate vorzubereiten!   


BEREIT WIE NIE ! 

(24.06.2019)

Aus der Frankenpost vom 13.06.2019:

''Jacob Schramm verfolgt seinen Weltcup-Traum. Im Eppenreuther Skirennläufer schlummert aber nicht nur ein sportliches Talent. Eine Geschichte über einen außergewöhnlichen Typen.''

(Foto: Hannes Huttinger)

Kraftausdauer - Mehr Kampf als Spaß

(10.06.2019)

Seit 4 Wochen bin ich, nach der Bundeswehrgrundausbildung und einem kurzem Fuerteventura-Urlaub, wieder voll im Training, dieses Jahr bei meinem Post-Kreuzbandriss-Physio Marcus Hirschbiel in der Schönau am Königssee. Seit 4 Wochen bedeutet das nun Ausdauer- und Kraftausdauertraining, also Radfahren, Laufen, Berggehen und sämtliche Arten von Bein- und Rumpfübungen mit wenig Gewicht, 13 bis 17 Wiederholungen bei langsamer bis kriechend langsamer Bewegungsausführung. Zwei Wochen wird sich das ganze noch ziehen, bis dann der erlösende erste längere Skilehrgang beginnt; Folgefonna / Norwegen heißt das Ziel. Letztendlich wird es dort aber auch nicht weniger anstrengend, bei den hohen Temperaturen im Sommer auf den Gletschern, bei nasser und weicher Piste, denn man sammelt dort sehr sehr viele Fahrten, die die Basis für den kommenden Winter bilden, was mich wieder zum Konditraining zurückbringt. Wer im Winter große Ziele hat, muss fit sein. Wer fit sein will, muss gut trainieren. Genau das mache Ich bei Marcus. Mit diesem Wissen im Hinterkopf lässt sich dann jede noch so unendlich langsam scheinende Kreuzheb-Wiederholung aushalten.
Denn letztendlich macht mich das nur stärker...