Aktuelles - Blog

Hier werde ich Sie immer wieder an aktuellen Ereignissen, Erlebnissen und Gedanken in Form von Texten, Fotos und Videos teilhaben lassen

Hallo 2022

Halli Hallo 2022 
Auf nimmer Wiedersehen 2021.
Das letzte Jahr hat etwas an mir genagt. Am Ende zwang es mich schließlich ja auch noch dazu mich am Knie operieren zu lassen und meine Saison - wie schon 2017 - eine Woche vor dem ersten Rennen zu beenden. Nach der OP durfte ich mein Knie 6 Wochen lang nicht belasten. Glücklicherweise hatten wir zwei Sätze Krücken daheim, denn ich zerstörte jeweils eine davon in diesen 6 Wochen. Mein erstes und eigentlich auch angenehmstes Ziel stand schnell fest: Gewicht zunehmen! Vor der Operation hatte ich um die 78-80kg. Nun sollten bis zum Start der Reha 83kg her und bis zum nächsten Winter sollte die 85kg Marke fallen. Hört sich leichter an als es dann ist. Mit höchster Disziplin aß ich doppelte Portionen und naschte mich Abends durch unseren Vorratsschrank, doch musste ich ja auch den Verlust an Muskelmasse kompensieren. Es dauerte also bis sich das Essen beim morgendlichen Gang auf die Waage sichtbar machte. Kurz nach Weihnachten hatte ich dann endlich (komisch sich über Gewichtszunahme und den dicker werdenden Bauch zu freuen; aber was Solls) 83,2 kg!!! Ich konnte meinen Jubel kaum bremsen... (haha ja genau)
Was soll ich sagen: Ziele sind Ziele und was sein muss wird gemacht!
Des Weiteren nutzte ich die Zeit um mein rechtes Auge Lasern und damit eine minimale Hornhautverkrümmung korrigieren zu lassen. An dieser Stelle nochmal vielen Dank an Herrn Garstka und Dr. Wiltfang von SmileEyes in München für die schnelle und freundliche Behandlung. Meinem Studium kam die freie Zeit ebenfalls entgegen und ich konnte ein weiteres Modul an Sylvester abschließen (1,7 - Ökonomie und Markt #schonimmerstreber).
Seit Weihnachten bin ich mittlerweile die Krücken wieder los und stehe Tag für Tag sicherer mit beiden Beinen im Leben. Mein Knie sieht gut aus - die Schwellung war unglaublich schnell verschwunden - und ist nahezu schmerzfrei.
Ab dem 10.1. werde ich dann in Bad Wiessee zur Reha im Medical Park erwartet. 
Ich bin gespannt auf die Dinge die mich dort und natürlich auch danach bei Marcus Hirschbiel erwarten. 
Ich wünsche allen Lesern ein gesundes, gutes und gesegnetes neues Jahr 2022.
Bis Bald 
Euer Jacob :)

Bericht der Bayrischen Rundschau

Direkt "Schiss" hatte ich nicht ;) eher ein wenig Respekt beim hinabschauen ins Tal.

2021 - Was bisher (für viele gar nicht so) Interessant ist...

Über 10 Monate ist mein - mehr oder minder - kurzer Jahresrückblick von 2020 schon alt, und er ist der bisher letzte Text bis dato gewesen. Nicht weil es nichts zu erzählen gibt, nicht weil ich zu faul war oder mir keine Gedanken mehr gemacht habe, sondern einfach weil ich oft überlegt hatte etwas zu schreiben, es aber einfach vergessen hatte...

Naja, nun sitz ich ja mal wieder daheim vor meinem iMac und habe alle Zeit der Welt ein wenig über mein Leben zu Philosophieren. Überhaupt auf die Idee gebracht hatte mich eine sehr aufmerksame Person, die meine Website  besuchte und entdeckte, dass ich Lateinisch als eine meiner - mehr oder minder - beherrschten Fremdsprachen angab. Auf die Frage "sprichst du eigentlich auch Deutschisch?", nahm ich mir fest vor, die Website mal wieder zu überarbeiten.
Einige von euch werden sich eventuell Fragen, woher ich denn "alle Zeit der Welt" überhaupt nehme. Die Antwort auf die Frage befindet sich bei der Bilderreihe unter diesem Text ganz rechts, schaut doch schnell mal runter...
Ja gut.
Vielleicht hätte ich dazu schreiben sollen, dass man entweder Mediziner sein , es selbst schon erlebt haben oder mit dem Begriff "Bone Bruise" umgehen können muss, aber hier für alle bei denen keins der drei Beschreibungen zutrifft:

"Bone Bruise (übersetzt so viel wie "Knochen Stauchung") oder Knochenmarködem beschreibt eine schmerzhafte Flüssigkeitsansammlung im Knochen. Ein Bone Bruise entsteht in der Regel durch ein traumatisches Ereignis. Als schwerstmögliche Form dieses Verletzungstyps gilt die Stressfraktur, welcher eine Überlastung oder Stressreaktionen des Knochens vorausgeht."

Kommt euch bekannt vor? Ach ja da war was... Hatte ich ja erst im März nach dem Sturz vor meinem Weltcup Debüt in Saalbach. Nur einen Tag vor dem Rennen, stürzte ich unspektakulär und rutschte und rutschte und rutschte, bis ich unsanft das sauber aufgestellte, robuste rote B-Netz spüren durfte und die ASFINAG sich über satte rund 5000 Euronen, durch die entstandenen Hubschrauber kosten, freuen durfte. Die Saison war gelaufen und ich hatte mich selbst um den Start bei einem WC Rennen gebracht.

Die Zeit danach verbrachte ich meist Daheim und mein Vater (fränk. Vodder) ermöglichte mir etwas Fantastisches: Einen Fitnessraum mit genügend Platz und all jener Ausstattung die ich benötige um vollwertige Trainingsprogramme (wie an meinem Stützpunkt in Berchtesgaden) durchführen zu können. Dafür vielen Lieben Dank!!! Nun kann ich nämlich deutlich öfter daheim sein ohne meinen Sport zu vernachlässigen.

Ein Bundeswehr Lehrgang fand ein paar Wochen danach auch statt. Ich hatte ehrlich gesagt wenig Lust nach dieser turbulenten Saison, in der mir endlich einmal der Sprung unter die ersten 30 Im Europacup gelang, vier Wochen in Hannover zu verbringen. Die Leute die den Hörsaal mit mir teilten machten es aber zu einem Erlebnis, das ich im Nachhinein nicht missen wollen würde. Vielen Dank nochmal (vor allem Nadine, Tobi, Antonia, Jakob und Annika :) ) euer Uffz Schramm.

nun in Kurfassung der Rest des Sommers:
Training - Skimarkenwechsel - Training - Interviews - Training - Radtour + Eichenprozessionspinner <3 - geplanter Urlaub -> Aua -> ausgefallener Urlaub Training - Skifahren - Aua - Urlaub - ich vor meinem Mac sitzend und mich fragend ob bis hierher überhaupt jemand lesen wird...

Bei einem der ersten Schneelehrgänge - um wieder zurück zu dem "alle Zeit der Welt"-Thema zu gelangen - rutschte ich kurz weg und bekam einen Schlag auf meinen linken Ski. Ich wusste eigentlich sofort, dass irgendetwas nicht stimmt, also machten wir zwei Tage später ein MRT. Trotz Schmerzen war nicht viel zu sehen, also unternahmen wir erstmal nichts. Wenige Tage später schien auch alles gut zu sein, also ging ich Bolzen, Trainierte Schnellkraft und ging einige Zeit später wieder Skifahren. Schon nach dem ersten mal Bolzen spürte ich aber plötzlich wieder ein leichtes Stechen im Knie. Als das Stechen nach und nach immer schlimmer zu werden schien entschieden wird uns dazu, vor allem aufgrund des Knorpelzustands im Knie, eine ACP Behandlung (= Zentrifugiertes Eigenblut Spritze ins Knie) durchzuführen, was (entschuldige nochmal Lenchen) die Stornierung des Griechenland Urlaubs nach sich zog. Nach 3 Wochen schien diese Behandlung eine positive Wirkung gebracht zu haben, jedoch war diese Annahme nach zwei  über eine Woche dauernden Skilehrgängen in der Schweiz wieder dahin, als mein Knie wieder anfing weh zu tun und anzuschwellen. Beim Skifahren selbst hatte ich wenig Probleme, meist nur nach 3-4 Tagen am Stück. Nur danach und bei einigen anderen Belastungen (Treppen, Joggen, Sprünge etc.) war das Stechen sehr schmerzhaft.
Ein erneutes MRT Bild brachte einen Bone Bruise zum Vorschein und nun wusste ich zumindest mal den Grund für die Beschwerden. Unser Verbandsarzt (Dr. Manuel Köhne) legte mir ans Herz meinem Knie nun 4-6 ruhigere Wochen zu geben. Aus Angst das ganze zu verschlechtern und mir die Saison bzw. das Knie zu ruinieren nahm ich den Rat an.
Zu der Pause hinzu kamen Osteoporose Tabletten, Ultraschall Behandlung und etwas Vitamin D durch einen Mallorca Kurzurlaub.
Ich, nun mich in Woche 3 befindend, habe also immer noch mindesten eine Woche Zeit, viel Langeweile und ihr damit eure Antwort und ein Update.

So gern ich Mallorca mag und so schön der kurze Trip letzte Woche auch war, ich wäre lieber bei meinen Teamkollegen in Zermatt gewesen um mich weiterhin auf die bevorstehende Saison vorzubereiten. Aber Wäre Wäre Fahrradkette... es ist so wie es ist und ich muss das beste aus dieser Situation machen.
Deshalb:
Juhu mal wieder was neues im Blog :)

La vita e bella !

Bleibt fit und bis bald,
Euer Jacob


P.S.
Wenn ich eins gelernt habe dann:
Jabolko na dan odžene zdravnika stran !! 


Neue Ski an den Füßen:

Nach knapp 7 Jahren entschied ich mich diesen Sommer dazu einen Wechsel in Sachen Skifirma zu vollziehen. Ich bin Nordica sehr sehr dankbar für all die Unterstützung die letzten Jahre, hatte aber das Gefühl mal etwas neues Versuchen zu müssen und fühle mich deshalb geehrt und überaus glücklich die Chance von Head bekommen zu haben.

TV Oberfranken, Radio Plassenburg und Jobtrüffel:

Dieses Jahr hatte ich die Gelegenheit weitere Erfahrungen mit den Medien zu machen. Ich war zu Gast in der ''Halbzeit'' bei TV Oberfranken, führte ein Gespräch mit meinem Lokalradio aus Kulmbach, Radio Plassenburg und durfte bei einer Wanderung in der Steinachklamm meine Geschichte mit den überaus freundlichen Mitarbeitern von Jobtrüffel teilen. Hier gehts zu den Beiträgen:

Wenn die Verletzungen nicht wären:

Verletzungen verfolgten mich leider in der letzten Zeit: Nach einem komplizierten Bruch des Daumensattelgelenks im November 2020, folgte ein Sturz kurz vor der Chance eines Weltcup Einsatzes, der mir sowohl eine geschwollene Schulter als auch einen Bone Bruise im rechten Knie brachte. Schließlich zwingt mich ein erneuter Bone Bruise - diese mal im linken Knie - weitere 4-6 Wochen zu einer Skipause (Sept./Okt. 21). Bleibt zu Hoffen und hart dafür zu arbeiten, dass ich ab sofort weniger Probleme habe.

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2020 - Teil 1

Jeder hat dieses Jahr  mehr oder weniger viel erlebt und Erfahrungen gemacht. Dieses Jahr war vieles sehr speziell, neu und unvorhersehbar. Ich möchte hier einen kurzen Einblick in mein Jahr 2020 geben und dabei genauer auf meine Erlebnisse eingehen.


Starten möchte Ich mit einem kurzen Saisonrückblick:

Ich konnte einige FIS Rennen in den Speed Disziplinen sehr erfolgreich abschließen und sogar gewinnen, qualifizierte mich für meine letzte Junioren WM in Narvik und landete am vorzeitigen Ende der Saison 2019/2020 unter den Top 150 der Weltrangliste in der Abfahrt und unter den Top 180 im Super G.

Die letzten Rennen der Saison fanden in Narvik bei der Junioren WM statt. Als wir eine Woche vor Beginn der Wettkämpfe dort ankamen war Corona schon ein Thema, aber kaum einer ahnte wie groß das alles werden würde. Einige Athleten hatten Masken dabei, der Großteil nicht, nur die mittlerweile unverzichtbare Handdesinfektion war überall schon ein Thema. Man wusste zu diesem Zeitpunkt einfach noch zu wenig. Meine Speedkollegen und ich können im nachhinein von Glück sprechen, dass jene Speedbewerbe  in Narvik die einzigen Wettbewerbe blieben die stattfinden konnten, bevor die JWM ein plötzliches Ende fand. Wie dem auch sei... ich ging in Abfahrt, Super G und der Super Kombination (letztendlich wegen Wetterproblemen abgesagt) an den Start und rechnete mir ganz gute Chancen aus. Ein Podestplatz würde schwierig werden, aber ich träumte dennoch seit fast einem Jahr davon und gab alles dafür. Die Konkurrenz war groß und die Abstände und Unterschiede relativ gering, doch nach den beiden Trainings, die gut für mich liefen, fühlte ich mich bereit und in der Lage zu überraschen. Ich hatte ein gutes Gefühl. Positive Spannung baute sich in mir am Tag vor dem Wettkampf auf und ich ging den Lauf 20, 30 mal im Kopf durch. Fühlte sich eine Passage nicht optimal an, spulte ich zurück und fuhr sie in Gedanken noch einmal "perfekt", bis ich dann schließlich glücklich im Ziel stand und ein gutes Resultat vor mir sah.
Als ich dann am Wettkampf Tag aufwachte wandelte sich etwas in mir. Aus dem positiven Gefühl wurde Anspannung und der Druck, den ich mir selbst machte, nahm Überhand. Ich wollte und konnte es nicht mehr erwarten bis es los ging. Irgendwann erreichte ich den Punkt, dass ich froh war, wenn das Rennen hoffentlich bald vorbei war. Am Start fühlte ich mich zwar hochmotiviert aber auch irgendwie schlapp. Ich startete mit ein paar kräftigen Schüben in die Abfahrt und schon am dritten Tor fühlte ich mich irgendwie nicht wohl. Alles war anders als ich es mir die ganze Zeit vorgestellt hatte. Vier Tore weiter zerstörten meine "Was ist denn heute nur los bzw. anders?"-Gedanken meine Konzentration und ich rutschte auf dem Innenski weg.
In diesem Augenblick gab ich mich selbst auf. Ich dachte: "Shit. Jetzt ist es doch eh vorbei. Ein ganzes Jahr Training, Fleiß und Quälerei, Hoffnung, Träumen und Bangen für nichts und wieder nichts...". Mein Ski fing sich, ich hätte mich retten können. Doch in meiner Vorstellung hatte der "perfekte Lauf" die Kontrolle und ich entschied in dem Moment wie ein Feigling aufzugeben.
Daraufhin folgte der bitterste Nachmittag meines Lebens. Ich wollte weinen, doch ich konnte nicht. Ich fühlte nichts. Leere. Ich war wie gelähmt. Mein Traum war geplatzt.

to be continued...

2020 - Teil 2

Ich tat mir extrem schwer die Abfahrt  zu verdauen, obwohl alle Trainer, Kollegen und mein mitgereister Vater allesversuchten um mich wieder zu motivieren. Aber wozu denn überhaupt noch motivieren? 
Am nächsten Tag stand zwar schon wieder der Super G an, doch ich rechnete mir weder Chancen auf eine gute Platzierung aus, noch war ich vom Glück bei der Startnummernauslosung verfolgt, denn dort bekam ich die Nummer 29.
Als ich dann am nächsten Morgen aufwachte fühlte ich mich gut. Ich hatte eine angenehme Nacht, war ausgeschlafen und hellwach. Das Frühstück schmeckte und das Wetter schien auch Ok. Wir machten uns auf den Weg zum Hang . 
Das Einfahren lief gut, somit war zumindest schonmal das schlechte Gefühl aus der Abfahrt vergessen. Der Lauf schien bei der Besichtigung nicht besonders leicht, was mir jedoch egal war, denn ich hatte ja an diesem Tag eh nichts Großes vor. Nach der Besichtigung ging es - wie auch in den Tagen zuvor - wieder in das Versorgungszelt. Wir hatten viel Zeit, denn das Damenrennen startete vor unserem und wir musste warten. Es gab Verpflegung und wir spielten Schafkopf, das Rennen war zwar irgendwo im Hinterkopf aber zu diesem Zeitpunkt noch Nebensache. 
Als schließlich unser Rennen startete, machte ich mich so langsam Startklar und nahm die Gondel nach oben zum Start. Ich ging den Lauf im Kopf nochmal durch. Dann traf ich die letzten Vorbereitungen und eh ich mich versah, stand ich schon im Starthaus. Ich dachte mir: "Ich weiß gestern lief es nicht rund, aber aufgeben gab und gibt es nicht. Du hast das ganze Jahr für diese Wettkämpfe trainiert, also mach jetzt was draus. Fahr zumindest so wie in allen Trainings zuvor!". 
Wie im Training fahren? Was? Echt? Kann man das einfach so im Rennen?
Ich dachte nicht wirklich lange drüber nach, aber die Anspannung war auf einmal komplett verschwunden. "Ich fahr jetzt wie im Training. Mehr als ein guter Trainingslauf muss es ja auch nicht sein, oder?". Ich startete und schon in den ersten Toren fühlte ich mich wohler als am Tag zuvor. Ich achtete auf meine Innenhand, die Hüftposition und fuhr mit wiedergefunden Leidenschaft den ausgeflaggten Lauf hinunter. 
An der Stelle, an der ich am Vortag mein Rennen beendet hatte, kam es erneut zu einem kleinen Fehler. Der Aussenski fuhr mir am Schwungende Weg und ich lief Gefahr wegzurutschen. Ich korrigierte und konnte die Kontrolle über den Ski zurückerobern. Den Steilhang fuhr ich... 
ehmmm... 
Ehrlich gesagt weiß ich es gar nicht mehr, aber scheinbar ganz gut, denn was ich nicht mitbekommen hatte war, dass bei der Steilhang-Ausfahrt ein "Eck" so manchem Athleten einige Schwierigkeiten gemacht hatte.
Danach war der Lauf schnell vorbei und ich stand im Ziel, hoffend, zumindest halbwegs schnell gewesen zu sein. Ich fuhr aus dem Ziel Gelände hinaus und sah Steff (Rieser). Er saß zufrieden auf dem "Thron" des Führenden und war der sichere Sieger. Er grinste und sagte - er hatte scheinbar meine Fahrt auf der Videoleinwand gesehen - sowas ähnliches wie "He, guad gfahrn ;)". Als nächstes traf ich auf Tobi (Neuber) und meinen Vater. Tobi lächelte und klopfte mir auf die Schulter und mein Vater schien stolz und glücklich über meine Leistung. Sie sagten, ich sei auf Platz 6 gefahren. "Wow", dachte ich "6. Platz... Das ist unglaublich!".  Ein Amerikaner streckte mir die Faust entgegen und meinte nur "Nice job mate!".  Ich war erstaunt und glücklich zugleich. Es war nicht einfach auf der unruhigen Piste und ich hatte tatsächlich eine ganz gute Trainingsfahrt erwischt. Das etwas später noch zwei Konkurrenten schneller fuhren machte mir nichts, denn selbst Rang 8 war ein großer Erfolg nach dem Desaster am Vortag.
Mein Trainer - liebevoll "Short" genannt - kam etwas später ins Ziel und reichte mir die Hand. Auch er schien zufrieden zu sein. Er gratulierte mir zu meiner Fahrt und zollte mir Respekt, denn er hatte nicht an ein solches Comeback geglaubt (Natürlich wusste auch er wie hart die Abfahrt mich getroffen hatte).

So also fand ich meinen Frieden mit der Junioren WM in Narvik. Die Super Kombination hätte ich zwar gern noch bestritten, jedoch fiel sie aufgrund des schlechter werdenden Wetters aus. 

Wir reisten nach Hause und trafen am Flughafen auf Franzi Berger. Sie war nur für den Slalom nominiert und kam deshalb erst später nach. Sie freute sich, konnte aber nicht ahnen, dass die JWM noch am Abend ihrer Ankunft abgesagt werden würde.

Für mich ging es Heim nach Oberfranken und schon kurz danach in den Lockdown. 

to be continued...

2020 - Teil 3 

Ich weiß, der Teil mit der Junioren WM schien lange, jedoch war es ein sehr bedeutender Teil von 2020. Zum einen wollte ich es noch einmal Revue passieren lassen, zum Anderen war der Rest von 2020 nicht besonders spektakulär.
Nachdem es für mich nach Hause ging und Corona so einiges änderte, hatte ich ehrlich gesagt eine schöne Zeit. Ich konnte zwar nicht oft meine Freunde sehen und vor allem nicht mehr Skifahren, aber ich sah meine Familie, konnte meinen größten Hobbys nachgehen und mich mal etwas sortieren. Ich kochte Mittags für Papa und Oma und lernte dabei viel dazu, erledigte Einkäufe und konnte mich meinem Studium widmen. Das erhalten meiner Fitness war im heimischen Kraftraum auch kein Problem und Fahrradfahren sowie Joggen oder Wandern war ja eh erlaubt. Außerdem gab es ja im Notfall auch noch die Wohnung in Berchtesgaden, zu der ich auch ab und zu mit meiner Freundin fuhr.
Was ich jedoch im Eifer des Gefechts schnell vergaß: Die Saison war bis zum Abbruch schon (mit Vorbereitung) mindestens 6 Monate alt und ich machte eigentlich keine Pause, sondern trainierte einfach weiter.
So kam es bald dazu, dass ich mich schlapp fühlte, die Leistung stagnierte und ich an meinem Training zweifelte. Die ersten Skicamps waren toll, doch schon bald fehlte mir auch am Berg der Saft. Nach einem enttäuschenden Camp zusammen mit der Weltcup- Mannschaft in Zermatt, entschied ich mich einen kurzen Urlaub einzuschieben um etwas Abstand zu gewinnen und durchzuschnaufen. Dies half mir tatsächlich, aber mein Leistungsniveau war immer noch nicht ganz optimal. 
Erst Ende Oktober fand ich wieder richtig in die Spur und tankte ordentlich Selbstvertrauen beim Training mit der Schweizer Nachwuchsmannschaft in Saas Fee. Zu diesem Zeitpunkt war ich schon alleine mit meinem Trainer (Stephan Kurz) und Servicemann (Florian Beck) unterwegs. Mein bester Skifahrer-Kumpel Christoph "Bräänz" Brence wurde aufgrund anhaltender Schmerzen im Knie operiert und auch Tobi Neuber fiel seit seiner JWM Verletzung aus. Anton (Grammel) und Jonas (Stockinger) waren zu diesem Zeitpunkt mit dem anderen Trainer (Christoph Henghuber) bei Riesenslalom Trainings und bald auch Rennen unterwegs. 
Meine ersten und letzten Rennen 2020 fanden in Sulden am Ortler statt. Es waren zwei Riesentorläufe. Ich startete mit hohen Startnummern und vergeigte jeweils den ersten Durchgang. Im zweiten Durchgang konnte ich mich zwar immer um einige Plätze verbessern, aber es waren trotzdem keine guten Rennen.
Am Tag nach den Rennen trainierten wir noch Super G. Der Lauf war recht lang, aber nicht schwer. Wir hatten sechs Läufe geplant und ich fühlte mich nach drei beendeten zwar leicht erschöpft aber nicht wirklich müde. Beim vierten Lauf machte ich trotzdem einen Leichtsinnsfehler: Ich fuhr in eine Rechtskurve unsauber ein und rutschte weg. Normalerweise kein Problem, aber mein Innenskischuh fing sich im aggressiven Schnee und es verdrehte mich. Ich schlug mit dem Gesicht auf den Boden und griff mit der linken Hand in den Schnee. Ausgerechnet in Sulden, wo ich mir drei Jahre zuvor schon das Kreuzband gerissen hatte, brach ich mir nun das Daumensattel- und das Ulnae-Gelenk. Es hörte sich für mich im ersten Moment nicht sonderlich schlimm an - klar ein Bruch tut weh, sollte aber schnell heilen und die Hand braucht man ja sowieso beim Skifahren nicht dachte ich - jedoch machte mich der Arzt auf die schwere der Verletzung aufmerksam und verordnete mir nach der OP mit Fixierung der Knochen, sechs Wochen Pause. 
Ein wirklich ungünstiger Zeitpunkt für so eine unnötige Verletzung... 
Aber was sollte ich jetzt noch dagegen tun? Ich konnte die sechs Wochen nur absitzen und hoffen, dass danach alles wieder passt. 
Nach vier Wochen riskierte ich es, wieder ein wenig ohne Stecken Ski zu fahren, was glücklicherweise gut ging. Am 29.12 bekam ich dann nach einem schönen Weihnachtsfest - leider ohne Gottesdienst und ohne einige Traditionen - meine Drähte aus der Hand. 
Nun sitze ich zufrieden und hoffnungsvoll an meinem PC und schreibe diesen kleinen Rückblick. Die Hand ist noch nicht die alte, aber ich kann sie zumindest wieder leicht belasten und bewegen und vor allem wieder (mit Schiene) sicher Skifahren und Trainieren. 

Für 2021 wünsche ich mir, dass dieser ganze Wahnsinn bald ein Ende hat. Ich bin froh, dass meine Familie und ich bisher verschont geblieben sind. Meine Oma und Mutter werden wohl bald geimpft und sobald es möglich ist, werden mein Vater und ich natürlich nachziehen. Ich verstehe die Sorgen einiger, habe aber kein Verständnis für die Angstmache, die Verbreitung von falschen Informationen, die Ignoranz und den Hass den einige zum Thema Impfen, Corona-Regeln und der allgemeinen Situation verbreiten.

Vielen Dank für euer Interesse und das Lesen.
Ich wünsche euch einen guten Start ins Jahr 2021 und vor allem Gesundheit.

Bis bald
Euer Jacob

Videodreh bei meinem Sponsor Krumpholz

Impressionen von Narvik 

Frühes Saisonende

18.03.2020

Zunächst einmal:
Danke !

Danke an alle, die mir diese Saison geholfen haben, dorthin zu kommen, wo ich nun bin.
 Besonders hervorzuheben sind dabei die komplette C Kader Mannschaft um Stephan Kurz, Tim Jitloff und Stephan Schmid, die Serviceleute Miha Vauhnik und Florian Beck, alle Physiotherapeuten, die uns diese Saison betreut haben, Marcus Hirschbiel, Tobias Döppelhan, die Firmen Krumpholz, PurMuesli, Komperdell und Nordica, sowie die Bundeswehr Sportfördergruppe und natürlich meine Freunde und Familie.

Doch wo bin ich nun?
Man könnte sagen, die Saison sei durchwachsen gewesen. Im Europacup landete ich jenseits der Top 30, verfehlte also mein Ziel mindestens einmal in die Punkte zu fahren.  Auch bei der JWM blieb mein Wusch nach einer Medaille unerfüllt.
Also... Note 4?

Ich persönlich kann Leute verstehen, die meine Saison so bewerten würden, jedoch komme ich auf ein besseres Fazit.

In nahezu allen Rennen, in denen ich mich in einer guten Ausgangsposition sah, konnte ich liefern. Somit holte ich einen FIS Sieg und zwei zweite Plätze, mehrere U21 Top 3 Ergebnisse und gute Punkte vor allem in der Abfahrt, bestätigte aber auch die Super G Punkte und stehe somit in beiden Disziplinen unter den besten Jugendläufern weltweit, in der Abfahrt sogar unter den besten 170 Erwachsenen. 
Auch der Europacup kann positiv bewertet werden. 
Ich startete zum ersten mal in Wengen und Kvitfjell, also echten Weltcup Strecken, verringerte Rennen für Rennen den Abstand zu den Top-Leuten und sammelte viel Selbstvertrauen, Erfahrung und kam zur Erkenntnis: Viel fehlt nicht mehr!
Auch bei meinem Einsatz als Vorläufer beim Weltcup in Garmisch zeigte ich eine gute Leistung und bekam Lob von allen Seiten.
Am Ende der Saison stand noch meine letzte Junioren WM in Narvik an. In der Abfahrt machte ich mir selbst zu viel Druck, verkrampfte und schied nach nicht einmal der Hälfte des Laufes durch einen schlimmen Konzentrationsfehler aus. Ein harter Schlag ins Gesicht, schließlich hatte ich genau auf dieses Rennen ein ganzes Jahr hingearbeitet.
Einen Tag später ging es dann jedoch sofort mit dem Super G weiter. Meine Erwartungshaltung war gering, somit ging ich auch ganz entspannt, fast schon wie im Training, an den Lauf heran. Es waren schwere Bedingungen, kombiniert mit einer schweren Kurssetzung, sodass einige Läufer strauchelten und sogar ausschieden. Mit einer soliden und konzentrierten Leistung kam ich überraschend als 6. ins Ziel. Auch die Tatsache, dass ich noch auf Rang 8 verdrängt wurde, machte mich nicht weniger glücklich. 
Als Oberfranke so weit gekommen zu sein macht mich stolz. 
Bedenkt man, dass ich noch vor 5 Jahren in meinem Garten trainiert habe, ist es schier unglaublich. 

Leider bleibt mir aufgrund des Coronavirus die Chance verwehrt, nochmal im Europacup und bei der Deutschen Meisterschaft anzugreifen. Jedoch gibt es mir die Möglichkeit daheim zu sein, wo ich den ganzen Winter nicht zu sehen war.
Meine Junioren Zeit ist somit auch beendet. Jetzt fahre ich offiziell als Erwachsener gegen die besten der Welt.

Bleibt gesund.

(Super G Garmisch)
(Foto: Paulfoto)

Licht am Ende des Winters 

(20.02.2020)

Ein Großteil der Saison ist vorbei und ich wage ein kleines Zwischenfazit:

Der Anfang der Saison verlief etwas holprig. Ende November startete ich mit den ersten Rennen in Zinal. Danach standen dann Rennen in Gröden, Santa Caterina (Europa Cup) und erneut Zinal (EC) an. Das Vertrauen in meine Fähigkeiten war noch nicht da und ich tat mir etwas schwer, die richtige Linienwahl zu treffen und den Ski freizugeben.
Bei den ersten deutschen Rennen, der Deutschen Jugendmeisterschaft in der Alpinen Kombination im österreichischen Axams, lief es plötzlich deutlich besser und ich fand etwas Sicherheit. Im ersten Kombi-SuperG konnte ich mir den Sieg sichern und fuhr im anschließenden Kombi-Slalom auf Platz 4 bei der Deutschen Jugendmeisterschaft.
Nach dem Jahreswechsel zog es unser Team nach Wengen (Schweiz), wo ich 4 Mal die Lauberhornabfahrt hinunter fahren durfte. eine tolle Erfahrung! Ich konnte den Abstand zum erklärten Ziel, den Top 30 im Europacup, weiter verringern und wusste von nun an was zu tun war. 
Nach zwei akzeptablen Ergebnissen in St. Lambrecht (RS) und Radstadt (SG) ging es erneut zu einem Europacup ins französische Orcieres. Nach zwei durchwachsenen Abfahrtstrainings hatte ich in den folgenden Rennen kein Glück. Im ersten Rennen machte mir das Wetter einen Strich durch die Rechnung, es wurde vor mir immer dunkler und somit schwieriger. Die zweite Abfahrt wurde direkt vor mir, aufgrund schlechter Pistenverhältnisse abgebrochen und der abschließende Super G wurde wegen viel Neuschnee abgesagt.
 Nach einem erneut ordentlichen Riesenslalom am Jenner ging es in Sella Nevea (Italien) im Europacup rein ums ''überleben'' und ich fuhr verunsichert hinterher, um dann nur einen Tag später bei zwei deutschen FIS SuperG Rennen zwei zweite Plätze zu erreichen. Dabei ein mal nur 0,18 und ein mal 0,22 hinter dem Sieger. Endgültig platze der Knoten dann bei den FIS Abfahrten in Sella Nevea. Bei starker Besetzung kam ich einmal als 14., einmal als 7. und bei beiden Rennen jeweils als Zweiter in der U21 ins Ziel. Dabei fuhr ich mir die besten Abfahrtspunkte meiner Karriere. Außerdem konnte ich meine 
Kombi-Punkte leicht verbessern und fuhr einen soliden Slalom in der Abfahrtskombi.

Es scheint fast so, als würde ich erst gegen Ende des Winters, wenn die Sonne wieder früher, länger und heller scheint, meine beste Leistung abrufen können...
Auch dieses Jahr kann ich es wieder sehen: 
Das Licht am Ende des Winters.
Gerade noch rechtzeitig vor den Europacup Rennen in Kvitfjell (Norwegen) und natürlich der Junioren WM in NArvik (Norwegen).

Purmuesli - Löffel Dich Fit!
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Ich freue mich einen neuen Partner bekannt geben zu dürfen: Die Firma Purmuesli aus Kulmbach versorgt mich ab sofort mit leckerem und vor allem gesundem, perfekt für Sportler geeignetem, Zuckerfreiem Bio-Müsli.

Vielen Dank !!!

Januar 2020

(05.01.2020)

Das alte Jahr hat sich verabschiedet und das neue hat unlängst begonnen. 

2019 war für mich, mit dem Start bei der Junioren WM in meiner Comeback Saison, den guten Leistungen im Speedbereich, dem Start meines Sportmanagement Studiums und meinem ersten FIS Super G Sieg vor kurzem, sehr erfolgreich!

2020 soll nun, genau wie das vergangene Jahr, wieder gut starten und dazu heißt es vollen Fokus auf meine Ziele zu haben und die Hausaufgaben und Arbeit, die ich vor mir habe, abzuleisten.
Im Januar steht als erstes Rennen die Europacup Abfahrt in Wengen (SUI) an; ein echter Klassiker. Dort warten auf der sogenannten Lauberhorn Abfahrt der berühmte Hundschopf Sprung und die enge Passage des Kernen-S mit dem anschließenden kurzen Tunnel.
Mein Ziel ist es mich dort in den beiden Trainings Stück für Stück zu verbessern um dann im Rennen die Top 30 angreifen zu können, auch wenn das oberste Ziel, das Sammeln von Erfahrung und das ''gute Skifahren'', ist.

Nach Wengen geht es dann zurück zu den FIS Riesenslaloms in St. Lamprecht. Dort konnte Ich letztes Jahr zwei tolle Rennen, mit Platz 1 und 3 bei den NJR Rennen, feiern. 

Am 20.01 stehen zwei weitere Super G im Österreichischen Radstadt an. Dort hatte ich vor einigen Jahren mein Schul-Skilager mit meinen damaligen MGF-Gymnasium Kollegen und Lehrern. Auf dieses Rennen freue ich mich wirklich sehr, denn als wir damals mit der Schule dort waren,  fand am gleichen Hang ebenfalls ein FIS Rennen statt und ich träumte davon, dort auch einmal zu stehen und mich mit Internationalen Konkurrenten zu Messen.

Als besonderes Erlebnis sind dann zwischen dem 30.1 und dem 1.2  auch die Weltcup Abfahrtsrennen in Garmisch-Partenkirchen zu sehen. Dort werde ich zusammen mit drei Trainingskollegen zum zweiten mal Vorläufer machen. 
Ein tolles Ereignis und die Gelegenheit ein wenig Weltcup Luft zu schnuppern! :)
Jedoch gilt es zuvor den Fokus noch auf die 3 Europacuprennen in Orcieres/FRA zu legen. Eine weitere Chance an die Top 30 heran zu fahren und weiterhin Erfahrung zu sammeln, sowie mich zu verbessern.

(Alpine Kombination - EC Santa Caterina)

Voller Kalender 

(21.11.2019)

Die Saison beginnt und sie beginnt vollgepackt mit vielen Skitagen.
 20.-22. November heißt es in Pfelders (ITA) nochmal an der Technik feilen und Riesenslalom fahren, bis es danach vom 23.-25.11 in Livigno (ITA) endlich wieder auf die Speedski geht. Dort werden wir Super G fahren und uns auf die folgenden Rennen, am 26./27.11 in Zinal (SUI / FIS), vorbereiten.
Nach zwei Tagen Pausen geht es dann schon am 30.11 in Gröden (ITA) weiter, wo 2 FIS Abfahrten und 2 FIS Super G am 1. und 2.12. anstehen. Den 3./4.12 verbringen wir beim Super G Training in 
Santa Caterina (ITA). Nach 2 Tagen beim „Kramperl-Lauf“ in meiner Wahlheimat Berchtesgaden, geht es wieder nach Santa Caterina. Dort stehen ab dem 8.12 die ersten beiden Europacup Super G Rennen an. Direkt am 9.12 geht es wieder nach Zinal, wo zwei weitere EC Super G Rennen statt finden.

Der Plan bis Mitte Dezember scheint also eher vollgepackt und stressig, aber ich werde die Zeit im Schnee genießen und hoffentlich meine Ziele bis dorthin erfüllen.
Weitere Updates folgen ;)

Bis dahin 
Euer Jacob 

Das letzte Mal Saas Fee 2019 (hoffentlich)

(10.10.2019)

Krankheit überstanden, Radl- und Krafttest für dieses Jahr abgeschlossen und somit wieder voll in der Wintervorbereitung , ging es ein weiteres Mal in die Schweiz. Zum mittlerweile 3. Mal hieß der Zielort Saas Fee im Wallis. 

Der Plan sah folgendermaßen aus: 
2 Tage Super G gefolgt von 3 Tagen Abfahrt; dabei mindestens 6 Fahrten - bis zu 10 - am Tag. 

Das Nachmittagsprogramm: 
Straff...
Mittagessen - Skikanten überprüfen und Ski einwachsen - Auslaufen, Blackrollen und Dehnen - Ski vom wachs befreien - Lernen fürs Studium - Videoanalyse - Duschen - Abendessen - Besprechung - Geld beim Kartenspiel verlieren - endlich schlafen gehen ...

Aber!
Das Wetter hatte da noch ein Wörtchen mit zu reden und es kam alles anders als geplant...
Tag 1 - bestand aus einer kurzen Tiefschnee Einheit
Tag 2 - brachte Nebel und weiche Piste (3 Fahrten)
Tag 3 - brachte erneut Schnee und sturmartige Böen (2 Fahrten)
Tag 4 sah zunächst gut aus... aufgrund anhaltendem Starkwind konnte jedoch nicht die volle Strecke gefahren werden (6 Fahrten)
Tag 5 - Heimreise (bis dato soll es der einzig wirklich gute Tag werden)

Ich mache gute Fortschritte was meine grundsätzlichen technischen und taktischen Ziele angeht.
Zum einen wird die Grundposition immer stabiler und häufiger fehlerfrei, außerdem kommt das Vertrauen in die langen Abfahrts und Super G Skier langsam wieder, zum anderen werden meine Linienwahl, das Sprungverhalten und die Angriffslust immer besser und größer. Trotzdem gilt es weiterhin an der Aerodynamik, der Bewegung nach vorn (und nicht nach oben), sowie Kleinigkeiten bei der Linienwahl zu arbeiten, um den notwendigen nächsten Schritt zu gehen.

Der weitere Plan führt mich bis Weihnachten zu vielen Speedtrainings und -rennen. Bisher bekannt sind die Stationen Tignes (FRA) und Gröden (ITA). Außerdem sind natürlich weitere Rennen in der Schweiz und Österreich, sowie Europacup Starts geplant.




Saas Fee #1

(31.08.2019)

Mein erster Skilehrgang, seit dem Camp in Norwegen, sollte am Montag dem 19.08, Frühs um 6 Uhr an der Gondelbahn in Saas Fee / Schweiz starten. 
Bevor ich mich jedoch mit meinen 2 paar Riesenslalom Skiern auf den Weg machen konnte kam die Nachricht, dass wir uns wieder in Bett legen könnten... Konditraining statt Skifahren stand an. 
Und leider nicht nur an jenem Tag; auch am folgenden Tag war aufgrund des anhaltenden Regens nicht an die Bergfahrt zu denken. 
An Tag 3 dann endlich das ersehnte gute Wetter. Ich fand nach der gut 1 Stunde dauernden Bergfahrt meinen Weg in die noch sehr neuen Skischuhe und konnte von diesem Zeitpunkt an den Schnee unter meinen Skiern genießen.
Das Wetter sollte die kommenden Tage ebenfalls brillant bleiben und der Lehrgang schien ein Erfolg zu werden, nachdem wir nun schon 2 Tage verloren hatten.
3 Tage RS gefolgt von einem Tag Super G brachten mich langsam immer mehr in Form, wenn auch der Weg bis zur gewünschten Topform und den gleichmäßig guten Schwüngen noch ein wenig dauern wird.
Am geplanten 5. Skitag ging dann wieder nichts. Dieses mal jedoch schlief ich noch um halb 8 tief und fest. Warum?
Am Tag zuvor erreichte uns schon die Meldung, dass am nächsten Tag  nichts gehen werde, da aufgrund der recht hohen Temperaturen am Berg, sich Geröll gelöst hätte und auf die Piste gerutscht sei. Das Risiko uns alle an den Trainingshang zu lassen war für die Betreiber zu groß. 
Gott sei dank bekamen diese es innerhalb von nur einem Tag hin, das Gebiet zu sichern und die Steine größtenteils zu entfernen, sodass wir am Ende doch noch zwei Trainingstage nutzen konnten.
Der weitere SG Tag tat mir sehr gut, was man am letzten Tag auch im RS bemerken konnte.

Für die nächsten Lehrgänge stehen die Ziele bereits schon fest:

Im Riesentorlauf geht es weiterhin darum den Rutschanteil zu verringern, meine Bewegung im Schwungwechsel nach vorne anstatt nach oben zu bringen und wie schon erwähnt immer mehr Konstanz in meine Läufe zu bekommen, sodass jeder Schwung fast ''gleich'' ist.

Im Super G liegt der Fokus auf einer mittigen Hüftposition in der Schwungeinleitung, einer allgemein  hohen Hüftposition und einem geduldigen Schwungwechsel der dem RS gegenüber mehr in die länge gezogen bzw. langsamer gestaltet werden soll.

Jetzt bleibt nur noch zu hoffen, dass ich bis zum nächsten Lehrgang wieder 100% Fit bin, da ich mir bei der Abreise eine Grippe eingefangen habe, die bis dato noch nicht voll und ganz auskuriert ist.

Studium gefunden! 

(15.08.2019)

Ab 01.10.2019 werde ich Sportmanagement per Fernstudium an der IUBH studieren. Dabei unterstützt werde ich unter anderem durch die Bundeswehr und den DOSB. 

Vielen Dank!

Zeitungsartikel in der Bayrischen Rundschau vom 19.07.2019

Interview mit skiweltcup.tv

Ski-Rohdiamanten im Gespräch: Heute Jacob Schramm aus 
Eppenreuth / Deutschland

Norwegen Part 2 / 2

(15.07.2019)

Woche zwei ist nun auch geschafft! Und damit gehts wieder zurück in die Heimat. Zuvor steht aber noch die knapp 20 Stunden dauernde Heimfahrt von Jondal über Oslo-Kopenhagen-München nach Eppenreuth an...

Riesenslalom und Super G konnten wir am Ende doch noch ganz gut trainieren, sodass in beiden Disziplinen ein ordentlicher Schritt nach vorne ging. Es wartet zwar - vor allem im Riesenslalom - noch viel Arbeit auf mich, aber die neuen Ansätze von Tim scheinen bei mir schon gut zu fruchten. Dadurch kommt auch immer mehr die Lust auf technische Disziplinen zurück. Mit Beaver Creek (USA) Riesentorlauf-Sieger Stefan Luitz, der im Lauf neben uns zusammen mit der deutschen A-Nationalmannschaft trainierte, hatte ich auch einen guten Anhaltspunkt in den letzten beiden Tagen.

Und nicht nur skifahrerisch ging was weiter: Auch in Sachen ''Trampolin und Sprungbrett Turnen'' hatte ich die Möglichkeit neue Tricks zu üben und meinen Körper besser kontrollieren zu lernen, was ja letztendlich auch fürs Skifahren gut ist ;)
Wobei ich mir dann doch am letzten Abend beim Versuch eines Dreifachen-Vorwärtssaltos unsanft mein Knie knapp unter mein linkes Auge rammte, sodass ich jetzt die nächsten 1-2 Wochen wie ein gezeichneter Boxer herumlaufen werde... 
Aber naja, zu was sonst gibt es Sonnenbrillen...

Norwegen - Part 1/2 

(06.07.2019)

Die erste Skiwoche in Norwegen ist vorbei... 
Seit 28.06 steh ich nun wieder auf den Skiern und was sich zunächst komisch angefühlt hat wird langsam wieder normal für mich; nämlich skifahren mitten im Sommer. 
In den letzten 8 Tagen wurde der erste Grundstein für eine saubere Skitechnik gelegt und die Kondition weiter verbessert. 
Jedoch hatten wir bisher wenig Glück mit dem Wetter, sodass wir bereits jetzt unsere zwei geplanten Pausentage bei strömendem Regen in unserer Unterkunft absitzen mussten und nicht wie geplant am Fjord bei sommerliche Nicht Temperaturen entspannen konnten, sowie viel Zeit für alternativ Programm, wie Rumpfkraft, Ausdauer o.ä. zur Verfügung hatten...
Nichtsdestotrotz muss ich eingestehen: ich hätte nicht gedacht, dass wir Anfang Juli - sofern das Wetter mitspielt - so gute Trainingsbedingungen auffinden würden und mit unserem neuen Cheftrainer Tim Jitloff so gut arbeiten und uns verbessern könnten. 
5 harte Tage stehen noch bevor, die Beine sind schon schwer, aber ich werde trotzdem alles daran setzen mich gut für die kommenden Monate vorzubereiten!   


BEREIT WIE NIE ! 

(24.06.2019)

Aus der Frankenpost vom 13.06.2019:

''Jacob Schramm verfolgt seinen Weltcup-Traum. Im Eppenreuther Skirennläufer schlummert aber nicht nur ein sportliches Talent. Eine Geschichte über einen außergewöhnlichen Typen.''

(Foto: Hannes Huttinger)

Kraftausdauer - Mehr Kampf als Spaß

(10.06.2019)

Seit 4 Wochen bin ich, nach der Bundeswehrgrundausbildung und einem kurzem Fuerteventura-Urlaub, wieder voll im Training, dieses Jahr bei meinem Post-Kreuzbandriss-Physio Marcus Hirschbiel in der Schönau am Königssee. Seit 4 Wochen bedeutet das nun Ausdauer- und Kraftausdauertraining, also Radfahren, Laufen, Berggehen und sämtliche Arten von Bein- und Rumpfübungen mit wenig Gewicht, 13 bis 17 Wiederholungen bei langsamer bis kriechend langsamer Bewegungsausführung. Zwei Wochen wird sich das ganze noch ziehen, bis dann der erlösende erste längere Skilehrgang beginnt; Folgefonna / Norwegen heißt das Ziel. Letztendlich wird es dort aber auch nicht weniger anstrengend, bei den hohen Temperaturen im Sommer auf den Gletschern, bei nasser und weicher Piste, denn man sammelt dort sehr sehr viele Fahrten, die die Basis für den kommenden Winter bilden, was mich wieder zum Konditraining zurückbringt. Wer im Winter große Ziele hat, muss fit sein. Wer fit sein will, muss gut trainieren. Genau das mache Ich bei Marcus. Mit diesem Wissen im Hinterkopf lässt sich dann jede noch so unendlich langsam scheinende Kreuzheb-Wiederholung aushalten.
Denn letztendlich macht mich das nur stärker...